Schlittenfahrten, Skipisten und sogar Eislaufen auf der Wolf prägten bereits deutlich vor der Jahrtausendwende die kalte Jahreszeit. Kinder und Erwachsene nutzten die Schneelandschaft direkt vor der Haustür für sportliche Aktivitäten.
Zum Winter erinnern sich Einige wohl auch an schneereiche Zeiten in der Vergangenheit. Deutlich vor der Jahrtausendwende gab es auch in Oberwolfacher Dorfnähe noch Schlitten- und Skihänge zuhauf.
Der Nächstgelegene war am Kirchberg, an dem man bis hinunter zu „Gelbemüllers Matte“ unterhalb des Friedhofes fahren konnte. Ilse und Egon Rauber vom Schwarzwaldverein Oberwolfach setzten in den fünfziger Jahren die Tradition der Vorkriegszeit fort, als man noch mit den so genannten „Brenneisen-Skiern“ des Skiproduzenten aus Wolfach unterwegs war. Diese machten die zuvor genutzten „Fassdube“ entbehrlich.
Wegen Bebauungen gingen auch Pisten verloren
Matadoren waren neben Egon Rauber auch Hermann und Hans Schmider, der „Fechterkarle“ (Zahnarzt Karl Bonath) und dessen Bruder Wilhelm und der einst große Oberwolfacher Fußballstar Eugen Groß zusammen mit seiner späteren Ehefrau Erika Hacker. Um nur einige zu nennen, die man auf den alten Fotografien erkennen kann. Sie fuhren oft auch „am Lot“, dem Nordhang des Wolfenbergs.
War der Schnee im Dorf noch zu knapp für den Wintersport wich man im hinteren Frohnbach auf’s „Bergbure Matte“ aus, die heute weitgehend aufgeforstet ist. Die Kinder fuhren dann um die Jahrtausendwende auch auf „Lehmes Langmatt“ oberhalb des Grünachs, nachdem der „Müllerrain“ als Skihang wegen der Bebauung im Mühlengrün nach 1980 ausgefallen war.
Besonders am „Müllerrain“ und auf „Lehmes Langmatt“ traf man auch die Schulkinder mit ihren Holzschlitten an. Ein Großereignis bis in die Fünfzigerjahre waren die Schlittenfahrten in der „Leimegass“ und in „gäer“ Kurve rasant ans „Weberkarles“ vorbei, dann das Einscheren auf die Frohnbachstraße und beim Lindenplatz über die Hauptstraße hinweg bis zum damaligen Jugendheim, der heutigen Festhalle. Der „Schuler-Wilhelm“ hätte sich dabei einmal so das Schienbein aufgeschürft, dass man neben viel Blut sogar den blanken Knochen sehen konnte.
Solche Aktivitäten der Dorfjugend haben sogar den Pfarrer Rapp auf den Plan gerufen, weil von den Kindern an den Abenden Wasser über Wege und Straßen gegossen wurde, um bei Eiseskälte am Wochenende eine spiegelglatte Bobbahn zu haben und mit lautem „Hohleweg“ talabwärts zu sausen. Das Höchste aber war, wenn man bei grimmiger Kälte sogar auf der zugefrorenen Wolf „gluttere“ konnte. Einige wenige hatten sogar Schlittschuhe. Zu kunstvollen Pirouetten reichte es zwar nicht, aber zünftige Wettrennen konnte man schon durchführen.
Sportlich aktiv war man bis gegen die Jahrtausendwende auch am Skihang des Hermesbauern Leopold Schillinger auf dem Schwarzbruch, wo es sogar einen Skilift gab
Après-Ski
Nach dem Wintersport gab es natürlich auch Après-Ski: Entweder wurde gleich auf der Piste noch ein Schluck aus dem „Schnapsbudel“ genommen oder man hat sich an den Stammtischen der drei Dorfwirtschaften getroffen, um das Erlebte, auch die nicht ganz ungefährlichen Stürze Revue passieren zu lassen.