Armin Wacker (außen) hilft seinem Kollegen Thomas Meyer bei Werne dabei, den Freudenstädter Schneepflug zu bedienen. Foto: Pokallus

Bei dem Schneechaos in Norddeutschland haben zwei Freudenstädter Eisenbahner ihre Kollegen unterstützt.

Kreis Freudenstadt - Insbesondere Verwehungen und mit Eis überzogene Fahrleitungen behinderten den Zugverkehr. Viele Verbindungen wurden eingestellt und einige Züge wurden für gestrandete Passagiere in den Bahnhöfen als beheizte Hotelzüge eingesetzt. Alle verfügbaren Schneepflüge und -fräsen aus Süddeutschland wurden in den Norden beordert.

Noch am selben Tag auf den Weg gemacht

Auch Thomas Meyer, Leiter der Freudenstädter Lokführereinsatzstelle von DB Regio und verantwortlicher Fahrtenleiter des roten DB-Schneepflugs erhielt von der DB-Zentrale in Frankfurt die Anfrage, ob man mit Lok, Pflug und zwei Bedienern aushelfen könne.

Noch am selben Tag fuhren er und Armin Wacker als Maschinenbediener über Karlsruhe nach Heidelberg. Dort stiegen Tobias Körber und Tobias Pokallus als Lokführer für die Freudenstädter Diesellok 218483 zu.

Via Koblenz ging’s nach Münster, wo die vier spät in der Nacht ankamen. Aber schon am folgenden Nachmittag räumten sie die eingleisige IC-Strecke nach Lünen frei. Zurück in Münster ging es auf die Nebenstrecke nach Rheda-Wiedenbrück mit 50 ungesicherten Bahnübergängen, die von Straßenräumpflügen zugeschoben worden waren.

Ohne Räumfahrt hätten Züge entgleisen können

Ohne die Räumfahrt hätten die dort eingesetzten leichten Züge entgleisen können. Von Bielefeld aus ging es am nächsten Tag auf die Stichstrecke in den Teutoburger Wald nach Lemgo und dann südwärts auf der Sennebahn nach Paderborn und weiter nach Kassel, von wo die Eisenbahner nach einer Übernachtung wieder nach Hause in den Süden fuhren.

Ähnliche Aktionen gab es bei der Schneekatastrophe 1978/79 in Schleswig-Holstein und 1999 im Raum Fulda. An den drei Tagen sorgte Carmen Schiel für eine ordnungsgemäße Besetzung der Züge zwischen Karlsruhe und Stuttgart.

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