Die weiße Pracht wird dem Landkreis wohl noch eine Weile erhalten bleiben. (Symbolfoto) Foto: Eich

In weiten Teilen des Kreises fallen 30 Zentimeter Neuschnee. Reihe von Straßen gesperrt.

Rund 30 Zentimeter Neuschnee sind in der Nacht zum Donnerstag in weiten Teilen des Kreises Freudenstadt gefallen. Umgestürzte Bäume und feststeckende Lastzüge blockierten viele Straßen. Die Zahl der Unfälle hielt sich nach bisherigen Erkenntnissen aber in Grenzen.

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Kreis Freudenstadt - Die Räumdienste waren wegen anhaltender Schneefälle noch am Donnerstag pausenlos im Einsatz. Auch Straßenmeistereien und Freiwillige Feuerwehren rückten vielfach aus, um die Straßen freizuschaufeln und zu -sägen.

Eine Spur dicht auf A  81

Autofahrer brauchten neben guten Winterreifen vor allem Geduld, selbst auf den Autobahnen. Die Polizei sperrte eine Spur der A 81 zwischen Horb und Rottweil in Fahrtrichtung Singen. Es bestand für weite Strecken des Tages absolutes Überholverbot, da Räumfahrzeuge auch entgegen der Fahrtrichtung unterwegs waren. Auto- und Lasterfahrer wurden per Rundfunk aufgerufen, den Abschnitt zu meiden. Brummipiloten erhielten dazu die Empfehlung, die nächstgelegene Haltemöglichkeit anzufahren. Gefahrguttransporter mussten den nächstgelegenen Parkplatz ansteuern.

Zwei Verletzte bei Unfall

Einen schweren Unfall wegen Schnee- und Eisglätte hatte es laut Polizei bereits am Mittwochmorgen auf der Kreisstraße 4701 bei Schopfloch gegeben. Ein 24-Jähriger war kurz vor 7 Uhr mit seinem Wagen Richtung Hörschweiler unterwegs. Sein Auto schleuderte in den Gegenverkehr und rammte den Wagen einer 52-Jährigen. Der Mann wurde schwer, die Frau leicht verletzt. Beide wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Straße war für rund anderthalb Stunden voll gesperrt. Den Sachschaden an den Fahrzeugen beziffert die Polizei mit rund 15 000 Euro.

Bis Donnerstagnachmittag waren dem Polizeipräsidium Pforzheim keine größeren Unfälle gemeldet. Überhaupt sei es vergleichsweise ruhig geblieben, so Dirk Wagner, Pressesprecher der Polizei. Wegen umgestürzter Bäume oder Schneebruchgefahr war zeitweise eine Reihe von Straßen gesperrt, etwa die L 409 zwischen Neuneck und Lein­stetten, die L 404 zwischen Zwieselberg und Bad Rippoldsau-Schapbach, die K 4778 bei Sterneck, die B 294 bei Seewald am Abzweig Richtung Igelsberg und die Kreisstraßen zwischen Wittendorf und Rockesberg sowie Richtung Leinstetten. Die Last auf den Bäumen ist groß: Am Mittwochabend war der Schnee zunächst in Regen übergegangen. Auf diese ohnehin schon schwere Decke fiel dann ab der Nacht kräftig Neuschnee.

Bäume knicken um

Feststeckende Lastzüge blockierten unter anderem die L 355 zwischen Talheim und Haiterbach und die B 28 auf dem Kniebis. Rund um die Schwarzwaldhochstraße erließ die Polizei Schneekettenpflicht für Lastwagen. Betroffen davon waren die B 28 und die B 500 sowie die "Besenfelder Steige" der Landesstraße 350.

Reibungslos lief der Bahnverkehr. Erstmals rückte in diesem Winter der AVG-Schienenschneepflug aus, geschoben von einer Diesellok der Baureihe 218. Ein Ärgernis am Freudenstädter Hauptbahnhof bleibt weiter die Zufahrt zu den meist noch nicht geräumten Parkplätzen. Während die Bahnsteige frei waren, mussten die Zugreisenden beim Verlassen des Bahnhofs durch tiefen Schnee, Matsch und Schmelzwasserlachen stapfen.

Tief eingeschneite Autos

Die Durchgangsstraßen im Freudenstädter Stadtgebiet waren zwar teilweise schneebedeckt, jedoch gut befahrbar. Anders sah es in den Nebenstraßen aus: Die meisten waren wegen der Schneemassen nur noch in eine Richtung befahrbar. Begegnungsverkehr war kaum möglich. Wegen zahlreicher geparkter Fahrzeuge, die am Donnerstag total eingeschneit waren, musste der Räumdienst teilweise in Schlangenlinien durch die Nebenrouten fahren. Parken war oberirdisch so gut wie unmöglich. Die wenigen geräumten Flächen waren voll belegt.

Neuer Schnee in Anmarsch

Die weiße Pracht wird dem Landkreis wohl noch eine Weile erhalten bleiben. Während es den Vorhersagen der Wetterdienste zufolge am Samstag weitgehend trocken sein soll, sind die nächsten anhaltenden Schneefälle bereits für Sonntag angekündigt. Ältere Freudenstädter sehen das derzeitige Wetter eher gelassen: Endlich herrsche mal wieder ein Winter, wie er früher ganz normal gewesen sei.

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