Die Gebühren für Schmutz- und Abwasser steigen in der Gemeinde Straßberg. Foto: blende11.photo - stock.adobe.com

Die aufwendige Sanierung der Kläranlage des Abwasserverbandes Schmeiental und Kanalsanierungen wirken sich finanziell auf die Wasserversorgung in Straßberg und Kaiseringen aus.

Das Thema der Wasserversorgung bringt jährlich eine längere Diskussion im Gemeinderat mit sich, schließlich sind Preiserhöhung meist Anlass der Debatte. So auch in der jüngsten Sitzung, wobei im Gremium mehrmals der Gedanke ausgesprochen wurde, ob man den Straßberger Einwohnern eine Erhöhung zumuten könne.

 

Zumal in der aktuellen wirtschaftlichen Situation. Letztendlich aber ging der Beschlussantrag der Verwaltung in allen vier Punkten überraschenderweise einstimmig durch. Bürgermeister Markus Zeiser erläuterte, dass in den Jahren 2022 bis 2024 bei der Abwasserbeseitigung im allgemeinen Haushalt Kostenunterdeckungen in Höhe von rund 302 000 Euro finanziert werden, während bei der Wasserversorgung eine Kostenüberdeckung mit rund 76 000 Euro erreicht wurde.

Exakt vor zwei Jahren beschloss der damalige Gemeinderat eine Senkung der Wasserversorgungsgebühren von 2,10 Euro auf 1,85 Euro. Durch die erfolgten Berechnungen der Kostenüberdeckung der Jahre 2023 und 2024 entstand daraus eine Gebührenobergrenze, so dass diese mit nun 1,67 Euro je Kubikmeter erneut billiger wird.

Im Bereich der Abwasserbeseitigung und Berücksichtigung der 969 Hausanschlüssen errechnet sich eine Gebührenobergrenze im Bereich Schmutzwasser von 7,65 Euro und beim Niederschlagswasser in Höhe von 1,45 Euro. Die Verwaltung schlug vor, pro Hausanschluss die Grundgebühr von drei Euro auf vier Euro monatlich anzuheben, um konstante jährliche Einnahmen in Höhe von rund 47 500 Euro zu verzeichnen.

Schmutzwassergebühr um 26 Prozent erhöht

Dadurch wären 13,46 Prozent der auf den Bereich der Schmutzwasser- und Niederschlagswasserbeseitigung entfallenden Fixkosten abgedeckt. Auch dabei ging der Gemeinderat mit. Die Schmutzwassergebühr wird zum 1. Januar 2026 von 3,33 Euro pro Kubikmeter auf 4,19 Euro pro Kubikmeter erhöht. Allerdings war dies ein Diskussionsgrund, da die Erhöhung 26 Prozent ausmacht. Dr. Michael Wochner meinte, es sei sicher nicht jeder vierköpfige Haushalt so einfach in der Lage, die Erhöhung von 120 Euro jährlich zu tragen. „Aber ich stelle auch keinen Antrag, statt 4,19 Euro auf vier Euro pro Kubikmeter Euro zu gehen“, so seine Aussage.

Tobias Gut erkundigte sich, da die Kläranlage mit der Hauptgrund der Erhöhungen sei, ob nach Abschluss der Sanierung für immerhin mindestens acht Millionen Euro die Wasserversorgung dann billiger würde, was ihm aber niemand sagen konnte. „Dann ist zwar der Höhepunkt erreicht, aber die nächste Sanierung unserer Kanäle wird kommen“, erläuterte der Schultes.

Auch Niederschlagsgebühr erhöht sich

Der ergänzte, „um für die Bevölkerung billigeres Wasser und Abwasser zu machen, sollten wir am besten keine Kanäle mehr sanieren und auch an der Kläranlage nichts machen, die Folgen dürften dann auch klar sein“. Eine Änderung gibt es auch bei der Niederschlagsgebühr, diese erhöht sich vom 1. Januar 2026 an von 0,26 auf 0,28 Euro je Quadratmeter versiegelter Fläche.