Ende November eröffnete Vivienne Benz nach einem dreimonatigen Pop-up-store-Experiment ihr eigenes Geschäft in Nagold. Im Gespräch erzählt die Schmuckdesignerin viel über ihre Motivation und Inspirationsquellen.
Eigentlich habe sie schon immer gewusst, dass sie irgendwann etwas mit ihren eigenen Händen kreieren wollte, erzählt Vivienne Benz. Das Kreative, die Handarbeit, von all dem sei sie schon als Kind sehr fasziniert gewesen. Ihre Zeit habe sie meist mit Häkeln, Stricken oder Porträtzeichnungen verbracht. Über das kreative Arbeiten sei sie auch schließlich zu ihrer Ausbildung als Make-up-Artist geraten.
Schmuck sei irgendwie immer etwas Privates gewesen. Bis sie ihre Freunde hin und wieder auf ihre handgefertigten Stücke angesprochen hätten. Stellte sie zunächst nur Schmuckstücke für ihren engsten Freundeskreis her, wuchs ihr Interesse an der Handarbeit im Laufe der Zeit immer weiter an.
Heute führt die 24-jährige nun schon seit dreieinhalb Jahren ihren eigenen Online-Shop, Vivienne Benz Jewelry. Von Mai bis Juli 2024 nutzte sie die Gelegenheit der Stadt Nagold, ihre eigenen kleinen Pop-up-Store zu eröffnen. Dieser sei bei der Kundschaft aber so gut angekommen, dass sie es sich zum Ziel machte, ihr eigenes Geschäft zu eröffnen.
Vom Konzept Pop-up-Store überzeugt
Ende November 2024 konnte sie sich ihren Traum schließlich mit ihrem eigenen festen Standort in der Marktstraße erfüllen. Das Geschäft führt sie gemeinsam mit ihrer Mutter, Evelyne Benz. Die Suche habe sich äußerst schwierig gestaltet, so Mutter Evelyne, die Immobilie in der Marktstraße sei ein regelrechter Glücksgriff gewesen.
Für ihre Schmuckstücke verwendet Vivienne Benz hauptsächlich vergoldetes Sterlingsilber. Das Material hierfür bezieht sie ausschließlich aus Europa. Die Ketten, Ohrringe und Armbänder zieren meist sorgfältig eingearbeitet Perlen und Edelsteine – Saphire oder Aquamarine zählen zu ihren Favoriten.
Zum Wasser hingezogen
Ihre größte Inspirationsquelle liege im Meer, erzählt sie. Jeden Sommer gehe es für sie an die Côte d’Azur, nach Frankreich. Ihr absoluter Sehnsuchtsort. „Das Meer, die Atmosphäre, die Farben und Texturen, all das fasziniert mich sehr.“ Wer auch nur eine Sekunde in ihrem Laden verbringt, kann das sofort erkennen.
Quallen hängen von der Decke, Fische zieren die Wände und auch die Schmuckstücke – oftmals kleine Krabbenscheren oder Tentakel – deuten auf ihr Faible für die Unterwasserwelt hin. Sie liebe es auch, sich antiken Schmuck anzuschauen, eine Verbindung zur Moderne herzustellen.
Ihr Handwerk erfordert viele Überstunden
Montags und dienstags nimmt sie sich Zeit für ihre Handwerksarbeit – an beiden Tagen hat ihr Geschäft geschlossen. Das sei wichtig, denn durch die hohe Nachfrage könne es passieren, dass der Laden auch mal leer stehe.
Es komme nicht selten vor, dass ihre Tochter auch an den restlichen Tagen bis spät in den Abend hinein in ihrer Werkstatt tüftle, so Evelyne Benz. „Wenn ich mal wirklich an einem Projekt dran bin, beiß ich mich dann schon manchmal fest“, sagt Tochter Vivienne.
Über den Zuspruch zeigen sich beide mehr als erfreut. Es kämen nicht nur Kunden aus Nagold, auch aus der näheren Umgebung seien die Leute begeistert vom Geschäft. Sogar Touristen aus der Schweiz oder der USA seine schon ein- und ausgegangen, erzählt Evelyne Benz. Das Konzept scheint aufzugehen.
Nicht nur der Schmuckeinkauf solle im Vordergrund stehen, sondern das ganze Erlebnis. „Wir wollen etwas anbieten, das einzigartig ist. Etwas Individuelles, das man nur hier erleben kann.“