Musik gehört einfach zur Fasnet dazu. Die Stadtkapelle hob am Schmotzigen schon mal ab. Foto: Wagner

Die großen und kleinen „Unfälle“ daheim, in Gesellschaft und in der Oberndorfer Politik kommen am Schmotzigen nochmal ans Tageslicht – und werden von den Gruppen süffisant aufpoliert.

Am „Schmotzigen“ beginnt im Städtle die heiße Phase der Fasnet und so waren schon den ganzen Tag über verkleidete Menschen unterwegs die sich fröhlich und unbeschwert auf die bevorstehenden Tage einstimmten.

 

Runter von den Straßen und Gassen ging es am Abend in die Lokale, das Don-Bosco-Haus und zur Feuerwehr in die Austraße, war man doch gespannt was die Fasnetsgruppen so alles im vergangenen Jahr aufgeschnappt hatten, um es nun zum Besten zu geben. Die Lokale waren sehr gut besucht, die Gäste fantasievoll gewandet und in bester Laune.

Die sehnlichst erwarteten Gruppen ließen dann auch nicht lange auf sich warten und unterhielten das Publikum mit Neuigkeiten, Missgeschicken der Mitbürger, und auch die Welt- und Kommunalpolitik fehlte nicht.

Kritische All-Parteien-Beobachtung

Der „Deutsche Michel“ hatte auf seiner Reise auch Halt in Oberndorf gemacht plauderte über die Bundestagswahl. Um allen Parteien gerecht zu werden, trug er eine schwarze Mütze, und an den Socken waren die Farben der anderen Parteien zu erkennen. Das Wahlergebnis auf dem Lindenhof animierte ihn zu dem Vorschlag, den Stadtteil zur „Alice Weidel-Siedlung“ umzubenennen. Er konnte sich auch die Ergebnisse der neuesten Pisa-Studie nicht verkneifen. Die besage, dass 41 Prozent der Erwachsenen auf dem Stand eines Vierjährigen seien!

Zum Gendern bei Narren

Auch der Stadtpenner war wieder unterwegs und schimpfte heftig gegen das Gendern. Es hieße nach wie vor ausschließlich „der Schantle und „der Narro“. Er räumte aber auch ein, dass man wohl „des Hansele“ sage. Dieses sei demnach wohl divers. Altbürgermeister Hermann Acker begrüßte er persönlich im Feuerwehrhaus und zollte ihm das größte Lob, das man an der Fasnet erhalten kann: Er ihn einen „Sauhond“.

„No ned hudla“ meinten die drei Bauarbeiter, die sich auf die Wasserspiele im Tal freuten und feststellten, dass diese durchaus auch als Schantle-, Narro- und Hanselwaschanlage zu gebrauchen seien.

Stadtkapelle hebt ab

Die Damen und Herren der Stadtkapelle nahmen das närrische Volk mit auf eine Flugreise zum Narrentag in Elzach und brachten die Passagiere mit „So ein schöner Tag“ ganz schön in Bewegung und ins Schwitzen. Bei „Ready for take off“ war setzen angesagt, und die Stadtkapelle verabschiedete sich mit dem Narrenmarsch.

Eine Influencerin und ihre Oma befürchteten, dass der Elferrat wohl die Fasnet neu erfinden wolle und man demnächst als neue Narrenfigur mit der „Haugenlochhexe“ rechnen müsse.

Die „Schlafkappen“ gingen „Tatenlos durch den Tag“ und stellten sich als Inkompetenzteam vom Amt für Problemlösungen bei der Stadtverwaltung vor. Auch hier war die Talstadtsanierung ein Thema. Man stellte allerdings auch klar, dass man den Narrenpräsidenten wesentlich schneller aus dem Acker befreit hätte in dem er steckengeblieben war, als er den Adventsweg besuchte. Zudem wäre dann dann auch der Flurschaden kleiner gewesen.

Besser als die Polizei rät

„Hurra, hurra, unser Schultes ist ein Facebookstar“, freute sich die nächste Gruppe, die zudem wusste, dass ein Ex-Polizist sein Wechselgeld so gut versteckte, dass es bis heute nicht mehr aufgetaucht ist.

Da hält es niemanden mehr auf seinem Sitz: Die Schantlekapelle spielt auf. Foto: Wagner

Die Schantlekapelle machte in den Lokalen mächtig Stimmung und gab bekannt, dass man in Oberndorf ein Zentrum für Sport installieren möchte. Bei der Talentsuche mussten zwei sportliche und mutige Probanden bei Tischtennis und Korbball ihre Geschicklichkeit beweisen.

Humorvolle Unterhaltung

Das Publikum im närrischen Oberndorf erfuhr viel neues an diesem Abend und bedankte sich bei den zahlreichen Gruppen mit langanhaltendem Beifall für die humorvolle Unterhaltung, die nie über die Grenzen ging und stets dem Motto der Fasnet treu blieb: „Jedem zur Freud’ und keinem zu Leid“.