Bei „Sentobib“ kommt die Stadtbücherei im Schwedenbau gut weg. Inzwischen hat sie die Vor-Corona-Frequenz übertroffen. (Symbolbild) Foto: Morakot - stock.adobe.com

Die Stadtbücherei im Oberndorfer Schwedenbau hat Stammkunden von 0 bis 94 Jahre. Und Büchereileiterin Verena Jaburg hat Ideen für noch mehr Frequenz.

Besser geht immer, und in diesem Falle gibt es sogar klare Hinweise, wie das funktionieren könnte. Allerdings kann die Stadtbücherei Oberndorf – und hier ist man jedenfalls schon mal in einem sehr positiven Bereich – jetzt mit Zahlen darauf verweisen, dass sie mit ihrem Angebot viele Menschen erreicht.

 

Und diese halten zu „ihrer“ Bücherei: Es gibt ein hohes Maß an Nutzertreue. Und auch das vorneweg: Eine regelmäßige Besucherin hat die 90-Jahre-Grenze bereits deutlich hinter sich gelassen.

Nachwuchsarbeit macht sich bemerkbar

Die im Zusammenhang mit der Publikumsforschung „Sentobib“ zusammengetragenen Daten weisen den Großteil der aktiven Büchereinutzer der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen zu. Da macht sich nicht zuletzt die Kindergarten- und Schularbeit bemerkbar, wie der Gemeinderat feststellt.

„Sentobib“-Umfrage

Diesem stellt Büchereileiterin Verena Jaburg nämlich die Bilanz vor – und die Ergebnisse der Sentobib-Erhebung für die Stadtbücherei im Schwedenbau, die dem „ländlichen Bibliotheksbereich“ zugeordnet werde. Die Publikumsbefragung lief zwischen April und Oktober vergangenen Jahres. Die Zahl der vollständig ausgefüllten Rückmeldungen sei mit 112 zwar nicht sehr hoch, allerdings sei das Profil der Teilnehmenden „ähnlich dem Benutzerprofil der Stadtbücherei“.

Klare Empfehlung

Demnach halten sich Dreiviertel der Besucher zwischen einer Viertelstunde und einer Stunde pro Besuch in der Bücherei auf, fast 80 Prozent besuchen die Bücherei „mehrmals“ pro Jahr beziehungsweise „monatlich“. Eine Kennzahl weist aus, dass ebenso rund 80 Prozent der Teilnehmer der Umfrage die Oberndorfer Stadtbücherei im Schwedenbau weiterempfehlen würden.

Sehr gute Noten für das Personal

Damit sind noch nicht alle Potenziale erschöpft – es gibt auch Vorschläge für Verbesserungen. Besonders gute Noten holt sich das Personal: „Freundlichkeit“ und „Hilfsbereitschaft“ – jeweils glatt 100 Prozent. Und auch „Zugänglichkeit“ und „Fachkompetenz“ liegen bei mehr als 90 Prozent.

Öffnungszeiten im Fokus

Deutlich mehr zu verbessern gäbe es bei der Stadtbücherei selbst. Zwar sind mehr als 80 Prozent mit den Öffnungszeiten – aktuell insgesamt immerhin 22 Stunden pro Woche – zufrieden, allerdings könnten „bessere Öffnungszeiten“ ehemalige oder Nichtmitglieder wieder zum Einstieg bewegen.

Jaburg verweist auf eine „Open Library“, also so eine Art „SB-Bibliothek“, vielleicht nicht „24/7“, aber mit deutlich erweiterter Zugänglichkeit. Einige grundlegende Einrichtungen dafür wären vorhanden. Investieren müsste man in Zugangssicherheit und Überwachung, erklärt Jaburg auf Nachfrage und schätzt mit Blick auf andere Bibliotheken die Kosten auf eine Investition zwischen 20 000 und 30 000 Euro plus monatlicher Wartung.

Barrierefreiheit ist ein Thema

Damit ist es bei einem Problempunkt nicht getan: Die Barrierefreiheit ist zwar – über den Steg aus der Talstraße – gegeben, im Alltag aber eher theoretischer Natur: Geparkt werde unten, und von dort ist der Fahrstuhl nur über eine Treppe zu erreichen.

Außerdem könnten sich aktive und potenzielle Nutzer eine modernere Möblierung und die Einrichtung einer „Leseecke“ oder eines „Lesecafés“ vorstellen, eben die Idee eines zeitgemäßeren Leseerlebnisses. Mit dem Sortiment sind sie, so zeigen die Zahlen, die sich 2024 auf fast 78 000 Ausleihen summierten, zufrieden.