Leonie Engisch betreibt nun seit mehr als einem Jahr das Bistro und Café Schmaus in Freudenstadt. Die 25-Jährige erzählt aus ihrem Alltag als Gastronomin.
Es hat da diesen Funken gegeben. So beschreibt Leonie Engisch das Gefühl, als sie erfuhr, dass Gründerin Sally Rank das „Schmaus“ in der Schulstraße nach zehn Jahren abgeben möchte.
Aus dem Funken wurde schnell ein Feuer – nur einen Monat später übernahm sie das Bistro und Café, an dessen ursprüngliches Konzept sie nun anknüpft: „Das Hauptthema sind Suppen“, erklärt Engisch. Daneben gibt es Frühstück, Salate, Sandwiches, Bowls und mehr. Alles vegetarisch, vieles vegan.
Seit etwas mehr als einem Jahr betreibt Engisch das „Schmaus“ nun. Heute sagt sie: „Ich glaube, ich hätte mich geärgert wenn ich es nicht gemacht hätte.“ Dabei spricht die 25-Jährige, die Design studiert, aber schon immer von einem eigenen Lokal geträumt hat, auch offen über das, was über die Branche „romantisiert“ wird.
„Man unterschätzt das Arbeitspensum.“ Auch die Büroarbeit, die für Engisch noch ansteht, wenn das „Schmaus“ um 15 Uhr schließt, koste mehr Zeit, als sie erwartet hätte. „Da nagt es schon an einem.“ Aber Engisch sagt auch: „Das ist der Preis, den man bezahlen muss.“
Und das Personal? Ihre Antwort fällt so aus, wie man es aus der Branche kennt: Es sei schwierig, Mitarbeiter zu finden. Aber auch hier gibt sich Engisch kämpferisch: „Irgendwie boxt man sich immer durch.“ Notfalls eben auch mal alleine.
Das Positive überwiegt
Trotz der Herausforderungen betont die junge Gastronomin nach dem ersten Jahr: „Das Positive überwiegt auf jeden Fall.“ Dazu tragen auch ihre Gäste bei – darunter viele Stammkunden, die morgens auf einen Kaffee vorbeikommen oder ihre Mittagspause im „Schmaus“ verbringen.
Eine solche Herzlichkeit wie in ihrem Lokal habe sie in der Gastronomie noch nie erlebt, freut sich Engisch. „Ich weiß gar nicht, woran es liegt.“ Eine Vermutung hat sie aber: „Vielleicht ziehen wir einfach nette Leute an.“
Die Menschen sind es, die jeden Tag im „Schmaus“ aufregend machen, wie Engisch betont. Was die Zukunft bringt? „Es bleibt auf jeden Fall spannend.“