Insgesamt 500 Kilometer auf kurvenreichen Strecken haben die Starter der zehnten Oldtimer-Rallye Baiersbronn Classic an drei Tagen zurückgelegt. Der Schlusstag war nochmals voller Höhepunkte – auch, weil nun die Motorräder mit ins Spiel kamen.
Der dritte Tag der Rallye startete traditionsgemäß in Obertal am Originalschauplatz des legendären Ruhestein-Bergrennens. Auf dem Programm stand der Start zur „Mittleren Schwarzwaldrunde“, zu dem sich zunächst die Automobile einfanden, bevor später die Motorräder folgten.
Gut gefeiert hatten die Teilnehmer der Baiersbronn Classic am Abend zuvor im Kulturpark Glashütte Buhlbach, wo sie nach ihrer Zieldurchfahrt von der „Lebenden Musikbox“ empfangen wurden. In einem Trabbi sitzend, gab das Duo alles, um bei schlechtem Wetter die Wünsche ihrer Zuhörer – Schlager, Oldies und weitere Gassenhauer – zu erfüllen.
So, wie es tags zuvor aufgehört hatte, ging es am Samstagmorgen mit dem Regen weiter. Veranstaltungsleiterin Laura Klumpp und Maren Kohler waren dennoch bester Laune, denn die von ihnen organisierte Veranstaltung lief reibungslos.
„Es war schon viel Arbeit im Vorfeld, und es mussten einige Absprachen getroffen werden, doch die Teilnehmer sind sehr zufrieden“, sagte Klumpp. „Die Musikbox gestern kam richtig gut an, und die Teilnehmer sind happy“, ergänzte Kohler. „Das Wetter ist eben, wie es ist.“
Weniger Zuschauer
Deutlich weniger Zuschauer als in den Jahren zuvor fanden sich zum Rennstart in Obertal ein. Doch wer im Regenmantel oder mit Schirm ausharrte, wurde auch mit bester Bewirtung der örtlichen Vereinen belohnt. Die Schwimmbadfreunde boten Kaffee und Kuchen an, der Posaunenchor hatte sogar Glühwein im Angebot.
Bürgermeister Michael Ruf und Tourismusdirektorin Christina Palma Diaz schickten zunächst die Oldtimer auf vier Rädern auf die Strecke hinauf zum Ruhestein. Über Oppenau und Bad Peterstal ging es nach Wolfach, wo das Hotel Bareiss mit einer kulinarischen Stärkung in Form von einer Salatbowl mit Teriyaki-Hähnchenspieß auf die Rallyefahrer wartete. Auch die Hotels Traube Tonbach – in Sasbachwalden –, Sackmann in Schwarzenberg und Engel in Obertal hatten sie an den Tagen zuvor mit kleinen Köstlichkeiten überrascht.
Trubel im Fahrerlager
Über Schiltach, Dornhan und Loßburg ging es zur Mittagspause zu Alpirsbacher Klosterbräu und weiter nach Freudenstadt zur Wertungsprüfung, bevor das Ziel Obertal über den Kniebis und den Ruhestein angesteuert wurde.
Auch im Motorrad-Fahrerlager herrschte schon früh Trubel. Ecke Möhrle hatte die Rennleitung von seinem Cousin Walter Möhrle übernommen und war ein gefragter Ansprechpartner. „Ich bin selbst schon zweimal mitgefahren und kenne viele Teilnehmer, aber in der Verantwortung bin ich heute das erste Mal“, sagte Ecke Möhrle. Sein Cousin stand ihm aber tatkräftig zur Seite.
„Wir haben ein volles Starterfeld mit 64 Teilnehmern“, berichtete Ecke Möhrle. „Der älteste Fahrer, Giuseppe Lucchinetti, ist 88 Jahre alt, der jüngste Starter, Toni Broß, ist 17.“ Lucchinetti, dessen Devise „Motorradfahren hält jung“ lautet, kam spät ins Fahrerlager, begrüßte alle und freute sich über das Wiedersehen. Lutz Degenkolb hatte mit der ältesten Maschine, einer Triumph 500 Trusty aus dem Jahr 1912 mit vier PS, den letzten Startplatz. „Ich war schon neun Mal dabei, aber heute bin ich mit dieser Rarität am Start. Die Maschine kommt ursprünglich aus England“, erzählte er. Da sein Motorrad kein Getriebe hat, sei es nicht nur schwierig anzuhalten, auch für den Start standen schon junge Helfer parat, um anzuschieben, doch am Ende schaffte er es aus eigener Kraft. „Wenn es fährt, fährt es“, stellte Degenkolb mit einem Augenzwinkern fest.
Los ging es pünktlich. Motorräder von mehr als 20 Herstellern reihten sich auf. Darunter waren acht Vorkriegsmotorräder und elf Gespanne. Am Ende belegte der älteste Teilnehmer Platz 28, und auch das älteste Motorrad kam tatsächlich auf dem Ruhestein an und schloss mit Platz 31 ab. Der jüngste Fahrer, Toni Broß, freute sich über Platz sechs.
Tourismusdirektorin Christina Palma Diaz zieht Bilanz
Schön war’s
„Gemeinsam haben wir eine großartige Jubiläumsrallye geschaffen“, lautete nach drei Tagen das Fazit von Tourismusdirektorin Christina Palma Diaz über ihre erste Baiersbronn Classic. Die rund 250 Teilnehmer seien begeistert gewesen von den schönen Strecken und den raffinierten Wertungsprüfungen und hätten die gute Organisation gelobt. „Es ist eine der besten Rallyes, die ich je mitgefahren bin“, zitierte Palma Diaz einen Teilnehmer. Nicht nur die Automobile und Motorräder seien ein besonderer Anblick gewesen, so die Tourismusdirektorin.„Auch der neu ins Leben gerufene Sonderpreis „Arlberg Baiersbronn Trophy“ für den Sieger aus beiden Veranstaltungen kam gut an.“
Weiter geht’s
Viele Teilnehmer hätten bereits ihren Start 2025 zugesagt, so Palma Diaz. Erst einmal sprach sie aber großen Dank aus: „allen Helfern, Unterstützern und meinem Team, die eine Wahnsinnsleistung vollbracht haben“.