Beste Stimmung herrschte in Waldmössingen, auch wenn die Schlüsselübergabe eine nasse Angelegenheit war. Foto: Eger

Gemeinsam mit Zunftmeister Manuel Häring zeigte Sibylle Kunz, dass närrischer Schlagabtausch und gegenseitiger Respekt bestens zusammenpassen.

Bei der Fasnetseröffnung und dem Fahnenhissen in Waldmössingen nahm Zunftmeister Manuel Häring in gereimter Form die örtliche Politik und Vereinslandschaft aufs Korn. Im Mittelpunkt stand die symbolische Schlüsselübergabe an die Narren und die Begrüßung der neuen Ortsvorsteherin Sibylle Kunz, die erst seit wenigen Wochen im Amt ist. Traditionell kündigte Häring an, dass die Narren bis Aschermittwoch das Regiment übernehmen – mit dem augenzwinkernden Versprechen, den Schlüssel wie jedes Jahr „erfolgreich“ zu behalten.

 

Dank an Reiner Ullrich

Selbstkritisch räumte Häring kleine Pannen der Narrenzunft ein, etwa eine falsche Begrüßung bei der Gildeversammlung, und nutzte die Proklamation für einen humorvollen Rundumschlag: von der satirisch überzeichneten Katzenkastrations-Debatte über personelle Veränderungen in der Ortsverwaltung bis hin zu einem ausführlichen Dank an den scheidenden Ortsvorsteher Reiner Ullrich, der insbesondere bei Großveranstaltungen wie dem Narrentreffen und der Fasnet als verlässlicher Rückhalt gewürdigt wurde.

Sibylle Kunz und Manuel Häring Foto: Eger

Weitere Themen waren lokale Dauerbrenner: sportliche Erfolge des Schützenvereins und deren „Holzprämien“, der Streit um einen Mobilfunkmast, technische Probleme mit dem Geldautomaten, Sanierungspossen rund um Sporthallen sowie finanzielle Engpässe bei Vereinsprojekten. Auch das Pfarrhaus, das als möglicher Vereinscampus im Gespräch ist, und ein fehlendes Basketballfeld kamen nicht ungeschoren davon. Härings Fazit blieb närrisch-provokant, aber stets mit lokalem Augenzwinkern.

Kleine Seitenhiebe

Die Narren haben die Macht. Foto: Eger

Anschließend konterte Ortsvorsteherin Kunz souverän in schwäbischem Ton. Sie schilderte ihren Start ins Amt, spielte humorvoll mit dem Narrennamen „Sauwadelhause“ und nahm ihrerseits kleine Seitenhiebe auf Organisation und Terminchaos der Zunft. Trotz aller Spitzen stellte sie klar, dass die Fasnet Raum für Kritik, Lachen und Perspektivwechsel bieten solle – bevor sie den Schlüssel offiziell an die Narren übergab. Ihr Appell: Fehler gehören dazu, gemeinsam darüber zu lachen auch.