Mit einer Corrida auf dem steilsten Marktplatz Deutschlands setzten die Schiltacher Narrenzünfte neue Maßstäbe für die Übergabe des Rathausschlüssels an die Narren.
Während sich der zuvor durch die Schenkenzeller Straße getriebene wilde Stier in der Stierkampfarena rund um den Narrenbaum ein ums andere Mal schnaubend und mit den Hinterbeinen auskeilend Respekt bei den Zuschauern verschaffte, musste sich Schultes Thomas Haas den närrischen Gepflogenheiten geschuldet vom Narrenvater Uli Esslinger zunächst die Leviten lesen lassen.
China-Reise ein Thema
Zur Sprache kam die Reise nach China, die man aus Sicht der Narren lieber hätte bleiben lassen, was nutze die schöne Rede von der „weltweit besten Tourismus-Stadt“, wenn die Touristenmassen in Schiltach weder Unterkunft noch Restaurants noch Parkplätze vorfänden?
Botschaft vorgeschlagen
Da hielten es die Narren lieber mit den spanischen Touristen, hier solle das Rathaus und allen voran der Schultes seine Hausaufgaben machen, beispielsweise könne man ja neben dem Rathaus ja eine Dependance der spanischen Botschaft eröffnen. Um dem Bürgermeister einen ersten Eindruck von der spanischen Kultur zu verschaffen, hätten die Narren keine Kosten und Mühen gescheut und eine Pop-up-Stierkampfarena auf dem Marktplatz entstehen lassen.
In größeren Maßstäben denken
Noch vom Rathausfenster konterte Haas die Narrenrede als engstirnig und provinziell, im Rathaus denke man für Schiltach eben in größeren Maßstäben und kündigte trotzig die nächste Reise, „diesmal nach Indien“ an.
Haas als Matador
Als Matador zeigte der Bürgermeister im Dauerregen eine couragierte Leistung, mal federnd, mal tänzelnd wich er den ungestümen Angriffen aus und platzierte geschickt den Rathausschlüssel in den Hörnern des Stiers, dann gab es im Tausch das von der Narrenzunft gepackte Reisegepäck und das Flugticket für den Kurztrip nach Spanien.