Im Dauerregen bei der Schlüsselübergabe kommt Neu-Hofmarschall Andreas Galsterer ganz schön ins Schwimmen. Sein Vor-Vorgänger macht sich dagegen nützlich.
Es regnet in Strömen. Und es ist eine Doppelt-Premiere: Neu-Hofmarschall Andreas Galsterer darf zum ersten Mal ran. Und Neu-OB Michael Keßler (CDU) darf zum ersten Mal den Rathausschlüssel rausgeben.
Liegt es am Dauerregen? Ist es das Lampenfieber? Eigentlich müsste Andreas Galsterer große Auftritte gewohnt sein. Doch bei seiner Premiere als Hofmarschall patzt er ungewollt: „Die Wahl ist rum, das Kreuz gesetzt, der neue OB Michael Theurer ist eingesetzt.“ Ups. Hat uns der Zauberer ins Jahr 1995 zurückversetzt? Das Jahr, in dem Michael Theuer (FDP) der jüngste OB des Landes in Horb gewählt wurde.
Neuer OB teilt gegen den neuenHofmarschall aus
Galsterer lacht: „Ich sollte ja ein Späßle machen.“ Die Zuschauer lachen. Gerade noch so die Kurve gekriegt.
Und kriegt gleich von Neu-OB Michael Keßler (CDU) selbstironisch noch einen verpasst: „Den neuen Hofmarschall kennt man als Zauberer überall, der könnt mir vielleicht so im Stillen, mit Illusionen mei Stadtkasse befüllen?“ Zu Theurers Zeiten war die finanzielle Lage von Horb jedenfalls besser als heute.
Sein Vor-Vorgänger Thomas Kreidler (bis 2018 Hofmarschall) macht dagegen alles richtig: Der jetzige City-Manager kommt aus dem Rathaus und verteilt ein Schnäpsle an die „Storcha“ aus Grünmettstetten. Die Musik-Helden der Fasnet. Alexander „Locke“ Guth: „Die Stadtkapelle ist leider nicht mehr spielfähig. Wir von der Narrenzunft haben bei der Schulbefreiung schon selbst die Instrumente in die Hand genommen. Ich habe mir auf der Trompete den Narrenmarsch draufgeschafft. Wir sind froh, dass die Storcha jetzt die Lücke füllen.“
Die Schlüsselübergabe. Irgendwie passend zum neuen OB. Der sich bemüht, nicht zu politisieren und zu polarisieren. Keßler zieht erst mal das Grafenpaar Karo und Sascha Company auf: „Graf Rudolf, Flash von Kugelblitz und Gräfin Freifrau von Globuli.“
Wir das Lotzer-Haus zum neuen Quartier der Narrenzunft?
Keßler weiter: „Ach ja und auch das Lotzer-Haus, will der Herzog jetzt verkaufen. Gerhard Munding, ja wie siehts aus? Könnt d´Narrazunft des stemma? Ond des scheene Lotzer-Haus, als Zunftquartier dann nemma?“ Auch zum Zoff um die Kita-Gebühren nimmt er Stellung: „Das Thema könnte noch heißer werden. Der Grund: Die Stadtkasse ist halt leer. Spielräum gibt`s do keine, ond es isch so, wie emmer halt, es trifft meischtens nur die Kleine.
Dann rückt der neue OB Michael Keßler ganz friedlich den Schlüssel raus. Jetzt muss er noch den Galsterer-Test bestehen. Der Hofmarschall: „Ich werde Dich erst am Dienstag loben, ob Du hast am Schmotzigen viel gelacht.“