Der Hauptgewinn bei „Blauer sucht Frau“: die liebreizende Lola Foto: Ramsteiner

Die Hausacher Rathäusler vermittelten in ihrem Fasentspiel zur Schlüsselübergabe am Donnerstag dem fittesten unter den Blauen der Narrenzunft die rassigste ihrer Bediensteten. „Hauptgewinn“ war die Lola aus dem Bauamt alias Martin Göhringer.

Natürlich war die ramponierte Hauptstraße nach der Tunnelsperrung das Hauptthema bei der Schlüsselübergabe am Schmutzigen Donnerstag im Hausacher Rathaus. Der Burgis Wolfgang Hermann pries seine Stadt in den höchsten Tönen: „Die Hauptstraße glänzt nun im zarten Mosaikasphalt, der Halbkreisverkehr ist einzigartig, ein echter Renner halt. Ein Laden-Gewächshaus so grün und fein, da schaut die Wilhelma neidisch drein.“ Kurz, er war sicher, er würde dieses Mal den Schlüssel nicht hergeben, damit die Narren die schönste Stadt im Land nicht noch mehr verhunzen.

 

Es waren dieses Mal auch gar nicht die Blauen, die ihn umstimmten, sondern die eigenen Rathäusler mit ihrem Fasentspiel. Bei ihrem eindeutig zweideutigen „Blauer sucht Frau“ kämpften Vize Daniel Sonntag, Narrenrat Thomas Stötzel und Zeremonienmeister Joachim Uhl als Kandidaten der Blauen um die rassige Lola. „Die Spiele haben sie vorhin im Kindergarten auch gemacht“, flachste Hanseleobfrau Steffi, als das Trio im Sackhüpfen, Eierlaufen und Wurstschnappen wetteiferte. Bauer Heinrich alias Boris Groß und seine asiatische Frau Ulli Tippmann trieben die Stimmung mit ihren Bauernregeln an wie „trinkt der Bauer zu viel Bier, melkt er abends seinen Stier“ oder „steht die Bäuerin am Grab und kichert, war der Bauer gut versichert“. „Stötzi“ siegte schließlich bei der Stichfrage und legte mit der Schönheit vom Lande den Zillertaler aufs Parkett. „Nach dieser Aufführung: Nimm en“, gab der Burgis anschließend den Rathausschlüssel bereitwillig ab. Narrenvater Marko Schwab bestätigte denn auch die Befürchtungen des Burgis und zählte auf, wie die Narren den Stadtsäckel mit dem Bau einer Schlossbergseilbahn, eine Sommerrodelbahn und einer Zunftmegaeinkaufspassage am Bahnhof schröpfen wollen.

„Es ist, ich sag’ es euch genau, des Teufels Farbe scheinbar Blau. Und die in dieser Farbe stecken, sind des Teufels neue Jecken“, meinte Pfarrer Grabetz in seiner Büttenrede nicht etwa die Blauen der Narrenzunft, sondern spielte auf die Wahl am Sonntag an und die 20 Prozent, die diese in Hausach holten. Werner Kadels Blick aus Evangelensicht ging noch weiter über den großen Teich: „Doch sollte Trump auch uns begehren, die Husacher Fasent wird sich wehren.“

Dann folgte, wie es die Zeremonie vorschreibt: Der Rathausschlüssel wurde am Seil zum wartenden Volk hinuntergelassen, je zwei Spättle und Hansele trugen ihn im von der Narrenkapelle angeführten Umzug zum Narrenbrunnen und zum Fasentausrufen auf den Konstantinplatz. Dort starteten die Kinderkatzenmusik mit Narrenmutter Tanja und anschließend die „Große Katzenmusik“ mit ihren krachenden Umzügen.

Erster Bericht von Michaela Keller

Dann folgte die Premiere des Bolizeiberichts vom neuen Bolizeipräfekten Michaela Keller, die gleich mal allen Ultratraditionalisten den Wind aus den Segeln nahm: „Nachdem Gerüchte bekannt wurden, dass Frauen zukünftig auch in der Fasent hohe Ämter wie etwa das des Präfekten bekleiden sollen, warnt die Narrenbolizei ausdrücklich vor Kontakt mit den Damen. Wie ich meinen Männern schon immer sage: Die Weiber sind des Teufels“, erklärte sie.