Verwaltung und Gemeinderat setzen Hoffnungen auf ein neues Sanierungsgebiet „Oberstadt II“.
Die Neugestaltung des Obertorplatzes, den Bau der Tiefgarage beim „Museum“, die Komplettsanierung der alten Hofapotheke, den Umbau der Orangerie unter privater Trägerschaft: Diese und weitere kleinere Maßnahmen sind in den vergangenen zwölf Jahren im Rahmen des Sanierungsgebietes „Oberstadt“ verwirklicht worden. Nach zweimaliger Verlängerung sei jetzt das Endstadium erreicht, sagte Marcus Kempka, der Leiter der Hechinger Baurechtsbehörde, in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.
Im April sollen alle Projekte abgerechnet sein.
Insgesamt sind Investitionen in Höhe von 9,83 Millionen Euro gefördert worden. Von den 5,9 Millionen Euro an Landeszuschüssen sind bislang 4,7 Millionen abgerufen worden.
Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen
Die Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen. Wer sich in der Hechinger Altstadt umschaut, erkennt aber auch: Noch längst nicht alle städtebaulichen Missstände sind behoben. Deshalb richten Stadtverwaltung und Gemeinderat den Blick nach vorn und bereiten ein Nachfolgeprogramm vor: Im Herbst soll der Antrag auf ein Sanierungsgebiet „Oberstadt II“ gestellt werden. „Unser Ziel ist ein relativ nahtloser Übergang“, sagte Kempka, „auch mit Blick auf den Marktplatz“. Wie berichtet, will die Stadt ihre gute Stube neu möblieren und autofrei umgestalten. Sollte der diesjährige Versuch mit der Fußgängerzone erfolgreich verlaufen, stehen in den Jahren ab 2027 größere Investitionen an. Dafür würden Fördermittel aus einem Stadtsanierungsprogramm enorm helfen.
6,2 Hektar haben Aufwertungsbedarf
Doch nicht nur am Marktplatz herrscht Aufwertungsbedarf. Das Antragsgebiet, das der Stadtverwaltung vorschwebt, hat einem ersten Entwurf zufolge eine Größe von 6,2 Hektar und reicht von der östlichen Obertorplatz-Häuserzeile samt Firststraße und Katharinenviertel über die gesamte östliche Altstadt bis zur Runkellenstraße mit dem Aviona-Areal und zur Staig im Norden und zum Schlossplatz im Westen.
Neue Ideen für die Zukunft“
Ja, richtig gelesen: Auch der in den 1980er-Jahren zur Pflasterwüste umgebaute Schlossplatz könnte im Laufe des nächsten Jahrzehnts zur Neugestaltung anstehen. „Die Laufzeit des Sanierungsgebiets von acht bis zehn Jahren erlaubt neue Ideen für die Zukunft“, sagte Matthias Weber von der Freiburger Sanierungsgesellschaft KommunalKonzept, die die Stadt auf diesem Weg fachlich begleitet. Eine „Neugestaltung des öffentlichen Raumes“ zwischen den beiden historischen Stadtschlössern schlägt das Planungsbüro jedenfalls explizit vor. Die Staig als langjährige Problemzone und die Brachfläche östliches Rathauses könnten mit Fördergeldern aus Stuttgart, um die sich wie immer auch private Hausbesitzer bewerben können, ebenfalls profitieren.
Der Bauausschuss hat den aufgezeigten Weg bis zur Antragstellung einstimmig befürwortet.