Die Schwanenmutter mit einem der neun Küken. Männchen und Weibchen kann man am Hals unterscheiden, der Hals der männlichen Schwäne ist etwas dicker. Foto: Katharina Schaub

Noch sind sie etwas schüchtern, und am liebsten in der Nähe ihrer Eltern unterwegs: die neun Schwanenjungen im Donaueschinger Schlosspark. Auch weiterer Vogelnachwuchs wird erwartet.

Donaueschingen - 38 bis 42 Tage wurden die Schwaneneier ausgebrütet, jetzt tummeln sich die Jungtiere munter im Wasser. Parkarbeiter Michael Demond hat die jungen Küken bei seiner Arbeit täglich im Blick. "Schwäne legen zwischen sieben und neun Eier", erklärt er. Die Schwäne im Schlosspark brüten jedes Jahr, im Vorjahr hatte es sechs Küken gegeben.

 

Demond ist optimistisch, dass alle neun Schwanenküken durchkommen. "Natürlich kann immer mal der Fuchs im Park unterwegs sein, hier ist ja nichts eingezäunt", gibt er zu bedenken. Grundsätzlich ist er aber zuversichtlich.

Noch haben die Küken gräuliches Gefieder und dunkle Schnäbel. Das Federkleid der Jungvögel wird im Verlauf des ersten Lebensjahres immer heller. "Außerdem gilt: Je gelber der Schnabel, desto älter das Tier", sagt Demond.

Nest auf der Pfaueninsel

Das Nest der Schwanenfamilie befindet sich auf der Pfaueninsel, dort ist es gut geschützt. "Wenn ich zur Brutzeit dort war, um Futter zu bringen, habe ich auch schon mal ein wütendes Fauchen abbekommen", berichtet Demond. Mit Brot füttern sollte man die Schwäne jedoch nicht unbedingt. Der Grund: Das nicht gefressene Brot sinkt auf den Grund der Gewässer und verschlechtert die Wasserqualität.

Wer die Schwäne beobachten will, der sollte ein wenig Geduld mitbringen und den Tieren nicht zu nahe kommen. "Schwäne werden zwischen neun und zwölf Kilo schwer und erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 2,30 Metern", erklärt Demond. Im Notfall verteidigen sie ihren Nachwuchs – allerdings nur, solange der klein ist. Sobald die Jungen groß genug sind, werden sie von ihren Eltern vertrieben. Die Wasservögel suchen sich dann ein neues Revier. Oft führt ihr erster Weg an die Ufer von Brigach, Breg oder Donau.

Weiterer Vogelnachwuchs erwartet

Doch es leben noch viele weitere Wasservögel im Schlosspark. Gibt es also noch mehr tierischen Nachwuchs? "Die Nilgänse haben ebenfalls gebrütet", berichtet Michael Demond. Außerdem brütet auch ein Teil der Enten sowie eine Pfauenhenne. Weiteren Nachwuchs wird es also bestimmt bald geben.

Immer häufiger treffen Besucher im Park auch auf Biber. "Sie schwimmen manchmal sogar am Tag durch den unteren Weiher", erzählt Parkarbeiter Demond. Ein Problem, denn immer mehr Bäume im Park, auch große, alte Baumriesen, weisen Bissspuren auf. Erste Anzeichen wurden vor einigen Jahren sichtbar. Jahr für Jahr wurden es mehr.

Auch der Biber fühlt sich hier wohl

Ohne Gegenmaßnahmen könnten die Biber das Bild des im altenglischen Stil gepflegten Parks schon bald nachhaltig verändern, wenn etwa alte Bäume entlang der Wege den Nagern zum Opfer fallen. Demond und seine Kollegen haben daher 300 Bäume mit einem olivgrünen Anstrich versehen, der Quarzsand enthält, um den Biber fern zu halten. Man sei auch im Gespräch mit Bettina Sättele, der Biberbeauftragten im Regierungsbezirk Freiburg. Demnach werde über eine Umsiedlung der Tiere nachgedacht, um den besonderen Landschaftspark in seiner jetzigen Form für Besucher erhalten zu können.