Eine Leserin plädiert für eine sensible Ortsentwicklung von Istein. Foto: Ehrlich

Unserer Leserin plädiert dafür, bei der Ortsentwicklung von Istein nicht nur die bauliche Ausnutzung in den Mittelpunkt zu stellen – weil das Dorf von seiner Einzigartigkeit lebe.

Der Basler Kulturhistoriker Jakob Burckhardt bezeichnete Istein einst als „unser kleines Italien“. Dieser Ausdruck war nicht zufällig gewählt. Die besondere Lage am Rhein, die Rebberge, der markante Klotzen sowie das historische Ortsbild verliehen dem Dorf über lange Zeit eine landschaftliche und kulturelle Eigenart, die weit über die Region hinaus wahrgenommen wurde.

 

Auch der Basler Maler Peter Birmann hielt diese eindrucksvolle Szenerie in seinem bekannten Gemälde vom Isteiner Klotz fest, das heute im Kunstmuseum Basel zu sehen ist. Es zeigt eine Landschaft, die durch das Zusammenspiel von Naturraum und historischer Siedlungsstruktur geprägt war.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich dieses Landschaftsbild verändert. Die Rheinbegradigung, die Entwicklung der Infrastruktur sowie auch der Kalksteinabbau am Hartberg haben den Raum geprägt und teils neu gestaltet. Vieles davon stand im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Anforderungen der jeweiligen Zeit.

Gerade deshalb kommt den noch erhaltenen historischen Ensembles eine besondere Bedeutung zu. Mit Sorge betrachten viele Bürger daher die Pläne, das Schlossgut Istein mit seinen Rebflächen zu überbauen. Denn dieses Gebiet gehört mit zu den letzten Bereichen, in denen der ursprüngliche Charakter Isteins noch erlebbar ist.

Eine sensible Ortsentwicklung sollte deshalb nicht allein die bauliche Ausnutzung in den Mittelpunkt stellen, sondern auch die Frage, wie sich Identität, Geschichte und Landschaft langfristig bewahren lassen. Istein lebt von seiner Einzigartigkeit. Was über Jahrhunderte entstanden ist, verdient auch im Wandel der Zeit einen behutsamen und verantwortungsvollen Umgang.

Hannelore Basset, Istein

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