In den letzten Tagen gingen Bilder von Schwalben, die völlig entkräftet vom Himmel fallen, um die Welt. Das Wetter setzt den Jungtieren stark zu. Das Thema beschäftigt auch den Tierschutzverein Horb.
Der plötzliche Wetterumbruch macht nicht nur den Menschen zu schaffen. Auch Zugvögel, wie Schwalben, leiden unter der plötzlichen Kälte und dem zum Teil anhaltenden Starkregen.
In München fallen die Zugvögel laut dem Merkur oft völlig entkräftet und teilweise tot vom Himmel, tausende Schwalben sind derzeit am Bodensee gestrandet und kommen wegen der nassen Witterung nicht über die Alpen, so der SWR, und auch der Horber Tierschutzverein hat Alarm geschlagen.
„Die plötzliche Kälte und der Regeneinbruch sind sehr schwer für die Schwalben“, sagt Jaqueline Dießner vom Tierschutzverein Horb im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir bekommen in den letzten Tagen vermehrt Meldungen über am Boden liegende Jungtiere, die völlig entkräftet sind.“ Sie weist darauf hin, dass diese unbedingt gesichert werden müssten und man sie dem örtlichen Tierschutzverein melden solle.
Jungtiere suchen zurzeit vermehrt nach Schutz
Viele Jungtiere würden gerade in Schwärmen Schutz suchen – auf Fensterbänken, in Garagen oder in Scheunen. Dießner: „Dort sitzen sie meist eng aneinandergedrängt, um sich gegenseitig zu wärmen und wieder Energie zu tanken.“ Man solle sie auf keinen Fall von solch geschützten Orten vertreiben, betont die Tierschützerin. Bekomme der Tierschutzverein ein entkräftetes Jungtier gemeldet, so würde seitens des Vereins versucht werden, Pflegestationen in der Nähe ausfindig zu machen, die einerseits die Kapazität für das Tier haben und andererseits über das nötige Wissen darüber verfügen.
Denn: „Schwalben und auch Mauersegler sind sehr komplexe Tiere“, erzählt Dießner. Deshalb müssten die Flugvögel zu dafür qualifizierten Stellen gebracht werden, damit sie dort wieder „aufgepäppelt“ werden können. „Und dann muss geschaut werden, ob sie noch flugfähig sind“, so die Horber Tierschützerin.
Einige Jungvögel haben es nicht geschafft
Eine dieser Anlaufstellen ist das Nabu-Vogelschutzzentrum in Mössingen. In den letzten Tagen hätten sie einige Schwalben eingeliefert bekommen, erzählt Tierpflegerin Rebecca Strege. Viele davon aus den Landkreisen Tübingen und Reutlingen. „Wenn die Jungtiere hier ankommen, sind sie unterkühlt und geschwächt, weil sie aufgrund des Wetters längere Zeit keine Jagdflüge machen und dadurch auch nichts essen konnten“, so Strege.
Der erste Schritt sei dann erst einmal, die Flugvögel aufzuwärmen und ein paar Tage lang mit Futter zu versorgen. Der Großteil der eingelieferten Vögel hätte sich so innerhalb von drei bis sieben Tagen wieder erholt. Jedoch: „Es haben auch ein paar nicht geschafft. Sie waren einfach schon zu geschwächt und sind dann gestorben.“ So eine Unterkühlung sei nicht zu unterschätzen – „vor allem nicht für so einen kleinen Organismus“.
Langsam beruhige sich die Lage jedoch, denn: „Das Wetter ist ja jetzt auch schon wieder viel besser.“ Im Allgemeinen seien die umliegenden Landkreise weniger stark als andere Teile Deutschlands betroffen gewesen. „Ganz so schlimm wie zum Beispiel in Österreich oder in Bayern war die Lage bei uns zum Glück nicht“, sagt Strenge. „Hier hat es natürlich auch nicht so stark und lange geregnet wie andernorts.“