Die Vereine und die Grund- und Werkrealschule hat die Hallenschließung kalt erwischt. Sie müssen nun rasch improvisieren. Und es gibt auch Forderungen nach anderer Verteilung öffentlicher Mittel.
Roman Seckinger, aktuell stellvertretender Vorsitzender des Vereinsrings, weist darauf hin, dass immer wieder von der Stadt verschobene Sanierungsmaßnahmen nun fatale Auswirkungen vor allem auf Sport treibende Vereine habe. Die Schließung stelle eine erhebliche Einschränkung dar und führe zu großen Problemen bei der Organisation von Sportveranstaltungen und Training.
Jetzt sei die Zeit reif, einen Förderverein für eine neue Halle zu gründen. Angesichts der drohenden Konsequenzen solle der Gemeinderat das millionenschwere Projekt „Schulcampus“ überdenken. „Für mich stellt sich die Frage, ob die hohen Investitionen dort an der richtigen Stelle eingesetzt werden, während bestehende Infrastrukturen wie die Festhalle vernachlässigt werden“.
Befürchtungen bei den Ringern
Kalt erwischt hat die sofortige Hallenschließung die Ringer des AV Sulgen. Wie Vorsitzender Ralph Herzog auf Anfrage der Redaktion mitteilt, sei man bereits auf der Suche nach anderen Trainingsmöglichkeiten. Während die Aktiven für eine gewisse Zeit auch bei benachbarten Vereinen mittrainieren können, sei das für Kinder und Jugendliche nicht möglich. „Wir haben nach Corona mit mehreren Aktionen die Jugend wieder ins Training gebracht. Unser Jugendtrainerteam leistet hervorragende Arbeit und betreut zurzeit knapp 40 Kinder und Jugendliche. Wenn die Halle über Ostern hinaus geschlossen bleibt, wovon ich ausgehe, wandert unser Nachwuchs ab“, befürchtet Herzog.
Auch bei den Radballern des RV Edelweiß herrscht helle Aufregung. Laut Präsident Thomas Brüstle dürfen sie nach Rücksprache mit Susanne Gwosch vom Kultur- und Sozialamt ihre Radbörse am kommenden Samstag im Foyer der Festhalle veranstalten. Für seinen Heimspieltag ebenfalls am Samstag muss der RVE allerdings in die Sporthalle Hardt ausweichen, da im Stadtteil Sulgen keine andere Halle dafür geeignet ist. „Ich warte auf eine Info von Frau Gwosch, wo wir künftig trainieren können. Innerhalb der Stadt wäre nur noch die Kastellhalle in Waldmössingen eine Option“, teilte Brüstle mit.
Frust beim Tischtennisclub
Geradezu Frust herrscht beim Tischtennisclub Sulgen (TTC). Sie müssen nach Auskunft von Tino Visher ihr Heimrecht an den Gegner aus Schwenningen abtreten und bei anderen Vereinen trainieren, bis die Stadt eine andere Möglichkeit anbietet.
Ein Ausweichen zu anderen Vereinen ist indes nicht so einfach: „Wir sind bis zu 25 Personen im Training“, sagt Guido Seckinger vom TTC Sulgen. Daher könnten nur einzelne Spieler bei anderen Vereinen unterkommen.
Die Entscheidung über die Schließung habe „uns den Stecker gezogen“, so Seckinger. Beim TTC hofft man, dass wenigstens das letzte Heimspiel am 26. April in der heimischen Halle ausgetragen werden kann.
Nach dem jüngst ausgetragenen Kids-Cup seien elf neue Kinder und Jugendliche ins Training gekommen. Beim zweiten Mal habe man dann sagen müssen, dass die Halle geschlossen sei, bedauert er.
Ein Relegationsspieltag am 10. Mai findet indes in der Kreissporthalle statt, da dort bessere Lichtverhältnisse herrschen. Es sei aber ein großer Aufwand, die Tischtennisplatten in einen Laster zu verladen oder dort wieder auszuladen.
Schule muss ausweichen
Stark betroffen von der Schließung ist auch die Grund- und Werkrealschule. „Wir wurden kalt erwischt“, sagt auch Schulleiterin Barbara Fichter. Schüler und Lehrer müssen nun auf gutes Wetter hoffen, um den Sportunterricht auf den Kunstrasenplatz zu verlegen.
Auch Prüfungen wurden in der Turn- und Festhalle abgehalten. Wenn diese auf verschiedene Klassenzimmer verteilt werden müssen, brauche es einen höheren Personalbedarf, befürchtet die Schulleiterin.
Immerhin kann die Mensa weiterhin genutzt werden. Diese befindet sich im Foyer der Turn- und Festhalle – und diese ist von der Sperrung nicht betroffen.