Kunden bedauern, dass der Real-Markt in Donaueschingen Ende März schließen wird. Vermissen werden viele vor allem auch den großen Parkplatz. Foto: Jens Fröhlich

Die Schließung des Geschäfts ist bereits besiegelt, Ende März kann man in der Bregstraße bei Real dann das letzte Mal einkaufen. Das schwächt die Infrastruktur in dem Gebiet. Wir haben bei den Kunden nachgefragt, was sie künftig vermissen werden.

Ende eines wichtigen Teils der Infrastruktur: Nachdem eine Übernahme gescheitert ist, wird der Donaueschinger Real-Markt am 31. März schließen. 55 Mitarbeiter verlieren dann ihre Arbeitsplätze, und eine große Einkaufsgelegenheit fällt weg. Wie wichtig ist sie? Ist die Schließung des Real ein Verlust oder gibt es genügend Alternativen? Das sagen Kunden:

 

Manfred Rothweiler Foto: Silvia Bächle

Und am Schluss noch einen Happen essen: „Die Schließung ist ein großer Verlust“, sagt Manfred Rothweiler. Hier bekomme er alles an einem Platz. Nicht nur Einkaufen bei Real sei deshalb angesagt, sondern auch im Drogeriemarkt, bei Aldi und Lidl, Bekleidungsgeschäften, im Bauhaus und vieles mehr. „Gleichzeitig kann ich tanken und auch in die Autowaschanlage fahren“, lobt der Wolterdinger. Und wenn dann noch Zeit und Lust bleibe, gehe er mit seiner Frau auch noch einen Happen essen. Neben den kurzen Wegen findet er das Parkplatzangebot einen großen Vorteil.

Hans Peter Wyra Foto: Silvia Bächle

Dann eben zum E-Center: Die Schließung findet Hans Peter Wyra nicht so gut, da es hier auf einem Fleck in unmittelbarer Nähe alles zum Einkaufen gebe. „Nun muss ich eben dann andere Einkaufsmöglichkeiten suchen, das E-Center in Donaueschingen“, sagt der Mundelfinger. Doch da gebe es nicht so viele Parkplätze wie hier. Gerade beim Einkauf von Getränken sei es schon wichtig, einen Stellplatz in der Nähe zu haben.

Birgit Meier Foto: Silvia Bächle

Kurze Wege und großes Angebot: „Ich hoffe, dass die Toto-Lotto-Annahmestelle wenigstens noch offen bleibt, wenn der Real schließt“, sagt Birgit Meier. Das Angebot im Real sei groß und vielfältig, auch das Preis-Leistungs-Verhältnis sei völlig in Ordnung. Kurze Wege und großes Angebot, das gelte auch, wenn man die Einkaufsmöglichkeiten rund um das Real-Geschäft noch in Betracht ziehe. „Die Parkplätze sind ebenfalls von großem Vorteil, hier findet man immer einen Platz“, ist die Frau aus Sumpfohren der Auffassung.

Konrad Coskun Foto: Silvia Bächle

Auch ohne eigenes Fahrzeug erreichbar: „Der Real muss geöffnet bleiben. Nicht nur das Angebot ist hier gut und gehört mit den anderen Geschäften zu einem richtigen Einkaufszentrum“, zeigt sich Konrad Coskun nach der Schließungsankündigung kämpferisch. Es sei ein Platz, an dem man fast alles bekommen könne. Außerdem könnten auch Menschen ohne eigenem Fahrzeug dort einkaufen. Der Weg von Donaueschingen nach Hüfingen sei nicht allzu weit, und auch die Bushaltestelle in der Nähe sei sehr praktisch, sagt der Hüfinger.

Bettina Weidenfeld Foto: Silvia Bächle

Ideal für schwere Getränkekisten: „Wenn der Real schließt, gibt es noch genügend Alternativen zum Einkaufen“, stellt Bettina Weidenfeld fest. Allerdings seien die Parkplätze schon sehr großzügig, insbesondere beim Kauf schwerer Getränkekisten. „Freilich ist das Geschäft schon in die Jahre gekommen und bedarf dringend einer Modernisierung“, gibt die Unadingerin zu bedenken. Ihrer Meinung nach könnte das teuer werden. Einen Investor für das Geschäft zu finden, dürfte sehr schwer sein. „Während es für uns Käufer kein Problem werden wird, eine Alternative zu finden, dürfte dies beim Personal nicht so einfach sein“, fügt sie an.

Alexander Maier Foto: Silvia Bächle

Wie geht es mit den Beschäftigten weiter? Alexander Maier wohnt in Allmendshofen. Er bedauert die Schließung sehr, gebe es hier doch ein gutes Angebot. „Real war bisher eine wichtige Ergänzung für das gesamte Einkaufsareal. Die Schließung ist ein großer Verlust für das gesamte Städtedreieck, zumal dieses Einkaufsareal auch gut zu Fuß oder per Rad erreichbar ist.“ Auch Maier denkt an die Belegschaft, die teilweise schon viele Jahre bei Real beschäftigt sei. „Wie wird es mit diesen Personen weitergehen“, fragt er sich.

Helmar Hirt Foto: Silvia Bächle

Auch weitere Geschäfte könnten schließen: „Es ist sehr tragisch, dass Real schließt, denn es zieht andere Geschäfte mit“, befürchtet Helmar Hirt. So habe bereits Sport-Denzer geschlossen, andere könnten folgen. Diese Entwicklung sei für diese Ecke überhaupt nicht gut. „Wenn Real ausgezogen ist, bleibt eine Bauruine zurück, und ob es hierfür einen neuen Investor gibt, scheint mir doch sehr fraglich“, sagt der Hüfinger.

Roland Volk Foto: Silvia Bächle

Einkauf führt in die Stadtmitte: „Wir kaufen nicht bei Real, dieses Geschäft entspricht nicht unseren Einkaufsgepflogenheiten.“ So die Feststellung von Roland Volk. Die Schließung tangiere ihn daher nicht. „Ich vermisse es dann auch nicht“, sagt der Donaueschinger. In Donaueschingen gebe es eine Vielzahl von Geschäften. In der Stadtmitte konzentrierten sich viele Läden, am Stadtrand sei alles gut zu erledigen, und dort könne er mit dem Auto parken.

Das Ende

Schließung
Mitte November 2023 kam die Nachricht: Wie für 44 weitere Niederlassungen bundesweit hat Real auch für Donaueschingen keinen neuen Betreiber für sich interessieren können. Weder Rewe noch Kaufland oder Edeka haben Interesse an dem Lebensmittelgeschäft an der Bregstraße gezeigt. Das über Jahre andauernde Bangen um den Standort fand sein Ende. Die Schließung der Märkte sei durch die schwierige Lage der Real GmbH bedingt. Die Entscheidung sei nach sorgfältiger Prüfung der Alternativen getroffen worden, wurde damals Bojan Luncer, Vorsitzender der Real-Geschäftsführung angeführt.