Deutliche Worte fand Bürgermeister Martin Ragg bei der Eröffnung des Niedereschacher Adventsdörfles zum Thema Apotheken-Schließung. Die Bürgerinitiative zur Rettung der Apotheke sammelte fleißig Unterschriften für ihr Anliegen.
Die vom jetzigen Betreiber der Apotheke geplante Schließung der Eschach-Apotheke zum 31. Dezember, treibe ihn auch persönlich sehr um.
Aus seiner Sicht ist es „moralisch sehr fraglich“, dass der jetzige Betreiber die Räume nach der geplanten Schließung nicht freigeben möchte, „um mögliche Konkurrenz zu verhindern.“
Persönliche Kontakt zum Apothekenteam wichtig
„Das ist ein Angriff auf die Interessen der Bürgerinnen und Bürger, die zurecht eine Apotheke in Niedereschach wollen“, betonte Ragg und verwies vor allem auch auf die älteren Niedereschacher, denen der persönliche Kontakt zum Apothekenteam wichtig sei. Sie fühlen sich mit Blick auf die vom bisherigen Betreiber in Aussicht gestellte Einrichtung eines Terminals für Telepharmazie zur Medikamentenausgabe abgehängt.
„Wir kämpfen um die Apotheke vor Ort“, so die klare Ansage des Bürgermeisters, verbunden mit einem Dank an die Bürgerinitiative (BI) und die Bürger, die mit ihrer Unterschrift „ein Zeichen setzen“ und der BI Rückendeckung geben.
Er hoffe noch immer „auf Einsicht“
Mit Apotheker Simon-Peter Skopek, sei er nach wie vor in Kontakt und hoffe noch immer „auf Einsicht“. Dann wäre sogar ein nahtloser Übergang zu einem neuen Apotheker in den bisherigen Räumen möglich, so die Erkenntnis des Bürgermeisters nach einem Gespräch mit Vertretern des zuständigen Regierungspräsidiums. Interessenten, die gerne einsteigen würden, seien vorhanden.
„Primäres Ziel ist es, in den bisherigen Räumen zu bleiben“, betonte Ragg. Sollte sich diese Hoffnung zerschlagen, gebe es einen „Plan B“. Das wäre dann die Neugründung einer Apotheke in anderen Räumen, die allerdings mit vielen Auflagen und großem, bürokratischem Aufwand verbunden wäre.
Gespräche mit möglichen Vermietern
Seitens der Gemeinde habe man auch diesbezüglich mit dem Regierungspräsidium gesprochen und bereits aussichtsreiche Gespräche mit möglichen Vermietern hierfür geeigneter Räume in Niedereschach geführt. Beispiele aus anderen Gemeinden würden zeigen, dass dort nach dem Wegfall der Apotheke, letztlich die komplette vorhandene Gesundheitsstruktur weggebrochen sei. „Wir wollen unsere vorhandene gute Gesundheitsstruktur erhalten, deshalb wühlt das Thema die Menschen auf“, so die klare Ansage des Bürgermeisters am Ende seiner Ausführungen.