Der Gemeinderat Schliengen hat die Ladeinfrastruktur am Bahnhof sowie am Bürger- und Gästehaus im Rahmen des Projekts „Netzwerk für nachhaltige Mobilität Kandertal/Oberrhein“ (Nemo) bewilligt.
Zusätzlich wird der Gestattungsvertrag mit der Simply Charge Energy für die Errichtung der Ladeinfrastruktur bei der Hebelschule abgeschlossen.
Die Ladeinfrastruktur für die Standorte Bahnhof sowie Bürger- und Gästehaus, an denen dann Carsharing ermöglicht wird, kostet die Gemeinde je 4062 Euro. Die Gesamtsumme von dann 8124 Euro sei im Haushalt 2025 berücksichtigt, berichtete Bürgermeister Christian Renkert.
Kein Standort am Rathaus
Jede Ladesäule hat zwei Ladepunkte, davon ist eine für das Carsharing gedacht. Mehrere Standorte waren in die Prüfung einbezogen worden. Die Verwaltung hatte in der Gemeinderatssitzung für den Standort Rathaus anstelle des Standorts Bürger- und Gästehaus plädiert. Aus den Reihen der Gemeinderäte kamen aber Bedenken, denn die Parksituation am Rathaus sei eng und es gebe dort sowieso schon zu wenige Parkplätze, wohingegen die Parksituation am Bürger- und Gästehaus großzügiger und überdies gut zugänglich sei. In der Abstimmung über die Standorte votierten die Räte einstimmig für den Bahnhof, acht Räte stimmten für den Standort Rathaus, elf dagegen. Für eine Ladestation am Bürger- und Gästehaus fand sich dann eine Mehrheit von 15 Stimmen.
Mobilitätslücken schließen
Das Projekt Nemo wird gefördert von der nationalen Klimaschutzinitiative, dem Verein Agglo Basel und von der Strukturförderung des Landkreises Lörrach. Im Gemeinderat stellte Jana Stahl, Nemo-Projektleiterin bei der Energieagentur Südwest, noch einmal Details zum Netzwerk vor. Ziel ist es, Mobilitätslücken etwa zwischen Bahnhöfen als ÖPNV-Verkehrsoption und Zielorten „auf der sogenannten letzten Meile zu verbinden und dazu die Einführung eines Carsharing-Modells mit E-Fahrzeugen einzuführen“, fasste sie zusammen. Hinzu kommt dabei der Aufbau von Ladesäulen, die auch ohne Carsharing genutzt werden können.
Fragen gab es bezüglich der Ladepreise. Das regele der Markt, der Carsharer, der einsteigen wolle, erklärte Stahl, „bringt den Strom mit“.
Landesmittel beantragen
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur selbst ist einschließlich Netzanschluss kostenlos. Zwei Mobilstationen – eben die am Bahnhof und die am Bürger- und Gästehaus – sind vorgesehen, hier müssen nun Landesmittel beantragt werden, wobei die Förderung bei 75 Prozent liegt. Eine Ankernutzung ist in der Kostenkalkulation nicht inklusive – hier kommt es auch auf die Nutzung durch die Gemeinde an. Die Ausschreibung für den Carsharing-Betrieb soll Anfang 2025 erfolgen. „Ein weiterer Antrag auf Förderung der Infrastruktur ist beim Mobilitätsfonds Basel in Planung. Sollte es da eine Förderzusage geben, könnten sich die Kosten für die Gemeinde weiter verringern“, berichtete Stahl. Insgesamt, so hielt sie fest, seien interkommunale Zusammenschlüsse wie jetzt bei Nemo, eine große Chance, zukünftig Mobilitätsangebote auch in ländlichen Gemeinden umzusetzen.
Förderung ausschöpfen
Eine weitere Frage aus dem Gremium zielte darauf, „was passiert, wenn Bundesmittel gestrichen werden“. Stahl hielt fest, dass die Förderung über das Land läuft. „Der Deckel liegt hier bei 14 000 Euro, das sollte man in der jeweiligen Gemeinde maximal ausschöpfen“, riet sie. Sollte das Ergebnis der Ausschreibung für den Carsharing-Betrieb der Gemeinde bezüglich der zukünftigen Kostenentwicklung nicht behagen , versicherte Stahl, dass „wir Bedenken berücksichtigen werden, aber wir sind ja selbst daran interessiert, dass jeder Standort auch langfristig etwas einbringt“, zeigte sie sich zuversichtlich.