Im Anwesen Mannhardt an der Eisenbahnstraße könnte eine Kindertagesstätte einziehen. Foto: Alexander Anlicker

Die Pläne für den Neubau einer Kindertagesstätte in Schliengen liegen auf Eis. Die Gemeinde prüft die Einrichtung einer Kita in einem Bestandsgebäude. In Frage kommt dabei das Haus des im Dezember verstorbenen Ehrenbürgers Karl Mannhardt an der Eisenbahnstraße.

Es ist ruhig geworden um den geplanten Neubau einer Kindertagesstätte in Schliengen. Im März 2022 entschied sich der Gemeinderat für den Neubau einer Kindertagesstätte für sechs Gruppen auf dem Gelände der ehemaligen Tennisplätze.

 

Kostenschätzung von 4,5 Millionen Euro

Für den eingeschossigen Bau mit mehr als 800 Quadratmetern Nutzfläche wurde die Bausumme im vergangenen Herbst auf rund 4,5 Millionen Euro geschätzt. Damit übersteigt auch das Architektenhonorar die Schwelle von 215 000 Euro, ab der eine europaweite Ausschreibung erforderlich ist. Daher hatte die Gemeinde das Büro Drees & Sommer aus Freiburg mit einem zweistufigen Vergabeverfahren beauftragt. Nach der ersten Stufe wurden im Oktober fünf Architekturbüros für die zweite Stufe ausgewählt. Seither ruht das Verfahren, wie Bürgermeister Christian Renkert auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt. Angesichts der hohen Kosten habe die Verwaltung sich auch nach Alternativen umgeschaut.

Mannhardt-Haus als Alternative zu Neubau

Nach dem Tod des Schliengener Ehrenbürgers Karl Mannhardt im Dezember hatte die Familie der Gemeinde das Haus an der Eisenbahnstraße zur Nutzung angeboten. „Wir schauen, ob wir die Kindertagesstätte dort unterbringen können“, sagt Renkert. Im Moment warte man darauf, dass der Architekt grünes Licht gibt. „Wir werden im Bestandsgebäude keine sechs Gruppen unterbringen können“, ergänzt der Bürgermeister und zeigt sich zuversichtlich, zumindest die Gruppen für die Kleinkindbetreuung dort unterzubringen.

Großer Bedarf bei den Unter-Dreijährigen

„Bei den Unter-Dreijährigen drückt uns der Schuh am meisten“, sagt Renkert. Die vorhandenen Kindergartenplätze reichten gerade so, ergänzt er. Noch sei aber nichts entschieden und die Gemeinde habe weiterhin beide Eisen im Feuer. Der Neubau auf den ehemaligen Tennisplätzen sei noch nicht begraben, betont der Rathauschef. Man habe dieses Eisen nur etwas abkühlen lassen.