Der BUND-Ortsverband Bad Bellingen-Schliengen hat bei Niedereggenen einen Teich angelegt. Dieser soll Feuersalamandern und Grasfröschen als Laichgewässer dienen. Weitere Maßnahmen sind unter anderem für Eidechsen und Blindschleichen geplant.
Er habe sich schon als Kind auf dieser Wiese an Feuersalamandern und anderen Tieren erfreut, sagt Hanspeter Graf, der Eigentümer des Grundstücks im Gewann Obere Nöttental. Die Wiese werde einmal im Jahr gemäht und das Heu als Futter für Schafe verwendet, berichtet er. Eine Teilfläche am südlichen Rand des Grundstücke wurde jedoch immer ausgespart, weil sie zu feucht ist und die Traktorreifen einsinken.
Er spiele schon seit gut 20 Jahren mit dem Gedanken diese Fläche ökologisch aufzuwerten und einen Teich anzulegen, sagt Graf. Per Zufall habe er beim Spazierengehen Susanne Otthofer beim Manne-Brünnele getroffen, die dort Amphibien in einem wassergefühlten Graben gezählt hat. Graf und die Amphibienexpertin vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland kamen ins Gespräch und dann folgte ein Ortstermin mit der BUND-Vorsitzenden und Biologin, Martina Schwinger. Da das gesamte Grundstück als Feuchtwiese ein eigens Ökosystem ist und zudem als FFH-Fläche geschützt ist, fand im Spätsommer ein weiterer Termin mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises statt. Die Vertreter der Naturschutzbehörde waren von der Idee begeistert und so wurden zunächst die Hochstauden gestutzt. An Silvester rückte dann der Bagger für zwei Stunden an. Mit diesem wurde ein ungefähr sechs Kubikmeter fassenden Teich ausgehoben, berichtet Walter Lacher, der Vertreter des Eggenertals im BUND-Vostand, der die Arbeiten organisierte.
Die Amphibienexpertin ist zuversichtlich, dass der neue Teich bald von Feuersalamandern und Grasfröschen als Laichgewässer angenommen wird. Auch Ringelnattern oder Libellen könnte das Gewässer ein zuhause bieten. Wichtig sei auch, dass die Hochstauden wie Wasserdost, Weidenröschen und Blutweiderich hier wachsen. In deren Stängel können Insekten überwintern.
Die BUND-Ortsgruppe werde sich künftig um die Pflege des Biotops kümmern und die Fläche mähen. Dabei soll immer nur eine Hälfte der Hauchstauden gemäht werden. Der Rest soll Insekten als Winterquartier dienen. Bei den Arbeitseinsätzen soll auch einem unerwünschten Gast zu Leibe gerückt werden: der Kanadischen Goldrute. Auf dem Gelände soll zudem ein Habitat für Zauneidechsen und Blindschleichen geschaffen werden, ergänzen Otthofer sowie Lacher.
Wichtig sei das Wasser auf solchen Feuchtwiesen zu erhalten, sagt Otthofer. Feuchtwiesen seien wie kleine Moore. Die Moore speicherten doppelt soviel Kohlendioxid als sämtliche Wälder auf der Erde. Jeder könne übrigens etwas für Feuchtgebiete tun und beispielsweise für den Garten nur Pflanzenerde ohne Torf kaufen, ergänzt sie.
Sobald die Temperaturen über sechs Grad Celsius steigen, gehe die Amphibienwanderung wieder los, sagt Otthofer. In den vergangenen beiden Jahren wurde beispielsweiseauf Initiative des BUND in Liel die Straße „In den Hofmatten“ komplett für Autos gesperrt. In diesem Jahr sei nur ein Fahrverbot zwischen 19 und 6 Uhr geplant und der Schliengener Bauhof werde Warnschilder aufstellen.