14 Mitstreiter der IG Lebensraum Blauen setzten 150 Nadelbäume: im Vordergrund Schliengens Forstrevierleiter Patrick Tröndle und IG-Sprecherin Anja Messerschmitt. Foto: Silke Hartenstein

Die Interessengemeinschaft Lebensraum Blauen will mit einer Pflanzaktion unterhalb von Schloss Bürgeln ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. Weißtannen, Douglasien und Kiefern ergänzen die vorhandenen Buchen.

„Wir wollen das Zeichen setzen, dass wir uns für den Klimaschutz engagieren“, sagt Anja Messerschmitt, Sprecherin der Interessengemeinschaft (IG) Lebensraum Blauen. 14 Mitstreiter der IG setzten an diesem neblig-feuchten Samstagmittag im Wald unterhalb von Schloss Bürgeln ein wachsendes Zeichen.

 

150 dreijährige Weißtannen-, Douglasien- und Kiefernsetzlingen pflanzten sie auf einem rund 2300 Quadratmeter großen Hang mitten im Wald. Mit einem gemeinsamen Essen klang der zweistündige Arbeitseinsatz aus. Zwei weitere Stunden dauerte das vorherige Ausgraben der Bäumchen durch vier Ehrenamtliche.

Gesetzt wurden durch Naturverjüngung heran gewachsene Bäume (Wildlinge). Ziel der Aktion: Wo zuvor lediglich Buchenwildlinge standen, kann nun ein Stück Mischwald heranwachsen, denn Wälder mit gut gemischten Baumarten sind widerstandsfähiger gegen Klimaextreme und Schädlinge. Wie Messerschmitt betonte, sei zudem ein gesunder, Regenwasser speichernder Waldboden wichtig an den niederschlagsreichen Westhängen des Blauenmassivs.

Peter Ochs’ Vorschlag für die Pflanzaktion der IG stieß bei Schliengens Forstrevierleiter Patrick Tröndle auf offene Ohren. Im Vorfeld ließ er die Buchenwildlinge fällen, zu Wällen aufschichten, bestimmte, wo die Nadelholzwildlinge ausgegraben werden konnten und begleitete die Pflanzaktion. Da die Bäumen aus eigener Kraft nahe an ihrem neuen Standort heran gewachsen seien, sei damit zu rechnen, dass sie dort auch gut zurecht kämen, erklärt Tröndle. 150 Holzpfosten markieren die Standorte der Jungbäume: So könnten die Waldarbeiter sie bei Pflegearbeiten wieder finden, sagt Tröndle, zugleich böten die Pfosten einen gewissen Schutz vor Rehböcken, die gern ihr Gehörn an kleinen Bäumen abfegen. Weiteren Schutz vor Fegeschäden und Wildverbiss böten die Reisigwälle zwischen den Baumreihen und ein Mittel auf Schaffettbasis, dessen Geruch Rehe fern halte.

Interessengemeinschaft Lebensraum Blauen

Das Kernanliegen
der IG Lebensraum Blauen ist der Erhalt des Ökosystems Wald am Blauen, ihre Befürchtung ist, dass dessen Funktionalität durch Rodung, Versiegelung und Zerstückelung der für den Windradbau benötigten Flächen unumkehrbar geschädigt wird.

Der Bürgerentscheid
  im Februar gegen drei Windkraftstandorte auf Schliengener Gemeindegebiet ging auf Initiative der IG zurück. Im September beantragte die IG im Zusammenhang mit der Fortschreibung des Regionalplans in ihrer Stellungnahme an den Regionalverband Hochrhein-Bodensee die Streichung von fünf Windkraftvorranggebieten im Staatswald auf Schliengener Gemarkung.