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Schlichemtal Doppelt berechnet hält nicht besser

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Ein Schornsteinfeger hat vor dem Verwaltungsgericht Sigmaringen den Kürzeren gezogen. Foto: Koch

Sigmaringen/Schlichemtal - Das Verwaltungsgericht Sigmaringen hat die Klage eines ehedem im oberen Schlichemtal tätigen Schornsteinfegers gegen den Widerruf seiner Bestellung abgewiesen. Dieser war vor zwei Jahren aufgrund von anhaltenden Beschwerden über die Arbeit des Manns ergangen.

Die Liste der Verfehlungen, mit denen das Landratsamt den Entzug der Kehrlizenz begründet hatte, ist lang: Der Schonsteinfeger, der seit 1989 im fraglichen Kehrbezirk gearbeitet hatte, soll über längere Zeit hinweg sein Kehrbuch nicht ordnungsgemäß geführt haben – beispielsweise war die Lage der Feuerstellen darin nicht ordnungsgemäß bezeichnet, und es fehlten Angaben zu den Abgaswegeuntersuchungen – , er soll Mängelberichte nicht wie von ihm erwartet an die zuständige Baubehörde weitergeleitet und die Arbeit seiner Gesellen nicht angemessen überwacht haben. Im Sachverständigenbericht wurde unter anderem ein Schornstein erwähnt, der zu 80 Prozent mit Rußablagerungen verstopft war und die Anforderungen in punkto Brandschutz nicht länger erfüllte.

Diese Vorwürfe waren bereits in einer früheren Verwaltungsgerichtsverhandlung zur Sprache gekommen; im Mittelpunkt der neuerlichen stand die Anschuldigung, der Kläger habe seinerzeit Feuerstättenbescheide doppelt versandt und die betroffenen Haushalte gleich zweimal zur Kasse gebeten – korrekterweise hätte er, ehe er einen neuen Bescheid verschickte, den alten aufheben müssen.

Der Kläger, der sich laut eigenen Aussagen als Opfer einer Hetzkampagne sieht, wies diese Vorhaltungen nicht allesamt und grundsätzlich von sich; stattdessen versuchte er, sie mit psychischen Problemen zu entschuldigen, und legte ein Attest vor, das ihm depressive Anwandlungen bescheinigte. Diese seien aber nicht chronisch.

Der Richter fand diese Erklärung offensichtlich nicht wirklich überzeugend – unter anderem deshalb, weil viele der genannten Fehler und Nachlässigkeiten bereits in den Jahren 2007 bis 2009 beanstandet worden seien, das Attest aber erst später gestellt wurde. Ob der Kläger im Zeitraum, um den es gehe, bereits erkrankt und deshalb nur bedingt arbeitstüchtig gewesen sei, lasse sich heute nicht mehr feststellen, befand der Richter; evident sei jedoch, dass die beanstandeten Mängel erheblich und die Zahl der Beschwerden enorm sei – dass sie Teil einer Hetzkampagne seien, erscheine dagegen eher unplausibel. Die offizielle Begründung des Urteils steht noch aus; gemäß der Praxis der Verwaltungsgerichte wird sie in schriftlicher Form nachgereicht.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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