Hier ist nachts kein Reinkommen in die Färberstraße – doch fußfaule Kneipengänger wissen einen Schleichweg. (Archivbild) Foto: Eich

Fußfaule Kneipengänger tricksen Poller aus und parken wild. Die Freien Wähler wollen den Schleichweg in die Villinger Färberstraße dichtmachen – mit Poller und Chipkarten-Check.

Ein Schleichweg durch die Villinger Innenstadt in die Färberstraße macht offenbar nachts Schule. Darauf machte Stadträtin Ulrike Heggen (Freie Wähler) nun aufmerksam.

 

Immer wieder am späten Abend kommen sie: Autofahrer, die mit ihren Karossen durch die Rietstraße aus der Fußgängerzone in die Färberstraße einfahren, dort parken und den Anwohnern die ohnehin schon zu wenigen Parkplätze wegschnappen.

Dieser Unsitte wollen die Freien Wähler nun einen Riegel vorschieben.

Fußfaule Kneipengänger

Kämen sie aus anderer Richtung, führte kein Weg in die Kneipenstraße: Poller verhindern nachts die Einfahrt. Doch findige und fußfaule Kneipengänger haben offenbar ein Schlupfloch gefunden: Den Weg über die Riet- in die Färberstraße.

Der KOD kontrolliere zwar, wusste Heggen zu berichten, aber das geschehe natürlich nicht durchgängig und auch nicht täglich – „vollkommen klar, das geht auch gar nicht“. Nun also soll es nach Meinung der Freien-Wähler-Fraktion eben ein versenkbarer Poller richten – im Kreuzungsbereich Brunnen-/Färberstraße, vor dem vietnamesischen Restaurant Saigon, um gerade noch die Spätanlieferungen des Drogeriemarkts Müller zu ermöglichen, die Schleichweg-Fahrer aber auszubremsen.

Und noch ein kniffeliges Thema sprach Ulrike Heggen an, das Anlieger auf die Palme bringen dürfte: Viele alte Anwohner-Chipkarten, die seit Jahren noch kursierten, weil sie nie zurückgegeben worden seien. Man möge die Ausgabe besser kontrollieren und Berechtigungen im System löschen, empfahl sie – „die Karten sind oft seit Jahren im Umlauf, seit das System besteht, und sie wurden nie zurückgegeben“, moniert sie. „Das kann ja eigentlich nicht sein.“

Sicherheitskonzept in der Mache

Der Oberbürgermeister Jürgen Roth jedenfalls zeigte sich überrascht und sagte eine Überprüfung zu. Bezüglich der gewünschten Poller aber drückte er dann doch auf die Bremse: Einerseits wisse man ja um die angespannte Haushaltslage, andererseits werde gerade vom Ordnungsamt ein neues Sicherheitskonzept erarbeitet, das ebenfalls Poller vorsehe – diese Ausarbeitung wolle man vor einer endgültigen Beschlussfassung in Sachen Färberstraße in jedem Fall abwarten.