Verena Rau ist seit Oktober Leiterin der Schlehengäuschule (SGS). Mit fantasievollen Auftritten der Schüler und Grußworten wurde nun die offizielle Amtseinführung gefeiert.
Von der Klassenlehrerin der 2a bekam Rau erstmal eine Kapitänsmütze überreicht. „Sie haben uns erzählt, dass Frauen in Ihrer Familie entweder Rheinschifffahrtskapitänin oder Rektorin werden.“ Rau sei nun beides, als Schulleiterin auch Kapitänin, sie habe das Steuer in der Hand. Das Kollegium sei die Crew, die Kinder die Passagiere und Entdecker, denen sie die Richtung vorgebe.
Auftritte der Schüler
Der Schulchor aus 14 Mädchen sang „Wir wollen wissen, warum die Welt sich dreht.“ Die beiden ersten Klassen als kleine rote Fische taten sich zu zwei großen Schwärmen zusammen mit Rau als ihre Augen. Die zweiten Klassen stachen mit dem „Wellerman“ in See, untermalt von Klatschen und Stampfen. Die Klasse 3 a sorgte für viele Lacher und Jubel ihrer Mitschüler mit ihren lustigen Socken-Handpuppen, die im Rhythmus von „Mahnah mahnah“ aus der Sesamstraße aus den Schlitzen eines schwarzen Tuchs lugten.
Rhythmisch auch der Auftritt der 3b mit ihrem Becherspiel. Und viele gereimte Wünsche für und Gedanken zu ihrer Rektorin überbrachten die vierten Klassen. „Mit viel Glück in deiner Hand regierst du nun fast ein Land.“ Oder „Im Schulhaus kennt sie alle Ecken, man kann sich vor ihr nicht verstecken.“
Grußworte
Der Leiter des Schulamts Pforzheim, Volker Traub, ging auf Raus besonderen Weg an der SGS ein. Hier trat sie ihre erste Stelle nach dem Referendariat an und war dann an anderen Schulen tätig. Die Pädagogin ist 2024 als Konrektorin an die SGS ihre „Traumschule“ zurückgekommen.
Schulleiterin Karin Rittig trat zum Schuljahresende 2025 in den Ruhestand und Rau bewarb sich für die Rektorenstelle. Schule sei heute nicht mehr wie zu Zeiten von Rittig und ihrem Vorgänger Gerd Danisch, machte Traub deutlich und betonte: „Schulleitung ist das anspruchsvollste Amt im öffentlichen Dienst.“ Die Grundschule sei das Fundament für die Lebenswege der Kinder, „hier entwickeln sich Interessen und Talente.“
Ideale Besetzung
Die Gemeinde ist Schulträger der SGS und Bürgermeister Jens Häußler nahm Raus Wort von der „Traumschule“ auf. Zur Leitung einer Grundschule gehöre Emotionalität dazu, „davon bringen Sie ganz viel mit.“ Die Rückkehr von Rau an die SGS in leitender Funktion nannte Häußler „ideal“. Die SGS sei ein Ort, an dem Kinder gerne lernen, die Lehr- und Betreuungskräfte mit viel Engagement und Freude arbeiten und wo Gemeinschaft aktiv gelebt werde.
„Sie haben ein gut bestelltes Feld übernommen mit einem tollen Kollegium“, sagte Pfarrer Christoph Scharr. Es falle sehr viel rein in die Schulleitung, „aber es geht letztendlich um Menschen und das verbindet uns als Schule, Gemeinde und Kirchengemeinde“. Mit der Jahreslosung legte Scharr der Schulleiterin Gott als großen Neuanfänger ans Herz, „wenn im Alltag eine Aufgabe die nächste jagt.“
Schuldekan Thorsten Trautwein zog Parallelen zwischen den Schlehen und den Schülern. Unscheinbar, knorrig, stachelig seien die Schlehen und dabei viel wertvoller als der erste Blick vermuten lässt. Trautwein wünschte der Pädagogin diesen zweiten Blick im Umgang mit den Schülern.
Glückwünsche
Gunilla Bahlo überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Personalrats des Schulamtes, in dem sich Rau auch engagiert. Man spüre, dass Mut, Neugier, Vertrauen und Gemeinschaft an der Schule gelebt werden. Ursula Butscher-Zahn vom Verband Bildung und Erziehung Pforzheim (VBE) und die Vorsitzende des Elternbeirats überbrachten ebenfalls Glückwünsche.
Das Lehrerkollegium trat als „nicht bekannter und vielleicht auch nicht so begabter“ Seemannschor auf und lud die Feier-Gesellschaft zum Mitsingen ein.
An der SGS unterrichten 15 Lehrkräfte die aktuell 149 Schüler jeweils in zwei Klassen pro Jahrgang. Dazu kommt noch die Bonusklasse, eine Inklusionsklasse der Karl-Georg-Haldenwang-Schule, dem sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum Geistige Entwicklung im Landkreis Calw.