Auch für die Tiefbaufirma geht der Schaden in die Tausende, schätzt Salmendingens Ortsvorsteher. Foto: Straubinger

Von Wonnen kann bei Erwin Straubinger, Ortsvorsteher von Salmendingen, keine Rede sein. "Ich bin stinksauer", macht er seinem Ärger Luft. Für derart dauerhafte Maischerze, wie sie sich in der Nacht zum 1. dieses Monats in seinem Dorf ereigneten, hat er kein Verständnis.

Burladingen-Salmendingen - Wenig Fantasie, dafür umso mehr Zerstörungswut bewiesen die Zeitgenossen, die in der Nacht von Freitag auf Samstag durch mehrere Straßen des Ortes zogen.

Die Unbekannten bemalten und besprühten, nicht unbedingt künstlerisch wertvoll, etliche Verkehrszeichen, Straßenschilder und Verteilerkästen in der Ackertalstraße, im Kirschenweg und in der Monkstraße. Auch vor den Baucontainern machten sie nicht Halt. Was dann richtig gefährlich wird: Die Täter legten auch Hand an die Absperrungen und Baustelleneinrichtungen, die wegen der Tiefbaumaßnahme in der Ortsdurchfahrt stehen.

Geht gar nicht, findet der Salmendinger Rathauschef: "Niemand hat etwas gegen gut überlegte, originelle Maischerze einzuwenden. Aber grober Unfug und Sachbeschädigungen haben doch mit alter Tradition nichts mehr zu tun", beklagt sich Straubinger und stellt klar: "Dies ist eine Sachbeschädigung und somit eine Straftat, welche die Stadt Burladingen und den Steuerzahler viel Geld kosten wird."

Mit Straubinger ärgern sich auch viele andere Salmendinger

Es wird wohl noch Wochen dauern, bis die Farbe abgeschrubbt oder übermalt ist. Denn, so bestätigte Straubinger gegenüber dem Schwarzwälder Boten, es handele sich um Lackfarbe, die so einfach nicht wegzukriegen sei. Und betroffen ist ja nicht nur die Stadt, sondern auch die Tiefbaufirma. Trotzdem, der langjährige Kommunalpolitiker ist ein friedvoller Mensch und hätte den Ball lieber flach gehalten.

Er hoffte eine Weile, dass sich die Verursacher bei ihm melden und selber für den Schaden aufkommen. Auf der Salmendinger Seite im sozialen Netzwerk Facebook veröffentlichte er Fotos und eine kurze Stellungnahme dazu. Mit ihm ärgerten sich auch viele andere Salmendinger, sein Beitrag wurde vielfach geteilt und mit dem Wut-Emoji versehen. Weder die Täter noch irgendwelche Zeugen haben sich bisher gemeldet, Straubinger hat jetzt Anzeige erstattet. Die Polizei und das Ordnungsamt nehmen derzeit den Schaden auf. "Der geht in die Tausende", sagt Straubinger enttäuscht.

Nicht die erste bittere Pille, die der Ortsvorsteher schlucken musste. Vor einigen Wochen schon gab es Vandalismus an der Grillstelle, wo die Sitzbereiche beschädigt wurden, ebenso die Christusfigur am Kreuz. "Wenn es läuft, dann läuft’s", kommentiert Straubinger mit Galgenhumor.

Eigentlich hätte der 1. Mai so schön sein können, versucht der Ortsvorsteher das Positive in dem Albdorf zu sehen. Denn die Feuerwehrabteilung stellte den Maibaum auf, und am Dorfplatz verkaufte der Musikverein statt Hockete wenigstens die Maiwurst-to-go. "Durch solches Ehrenamt und Engagement werden unsere Traditionen im Dorf aufrecht erhalten", stellt er dies der Freveltat in der Nacht davor gegenüber.

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