Stundenlanges Schlangestehen für eine Impfung, und am Ende doch noch weggeschickt werden: Die Aktion am Samstagabend vor der Stadthalle war eine Tortur für die Wartenden. Foto: Stopper

So wird das nichts mit dem Aufbau einer Herdenimmunität. Am Samstagabend fand in der Hechinger Stadthalle eine Impfaktion statt. Über hundert Menschen standen vier Stunden bei feuchtkaltem Wetter in der Schlange an und gingen am Ende leer aus.

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Hechingen - Manche hatten es vorhergesehen: Schon um 14.30 Uhr standen am Samstag die ersten vor der Stadthalle. Das erwies sich als schlaue Idee, auch wenn erst von 17 Uhr an hier ohne Anmeldung geimpft wurde.

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Zweieinhalb Stunden warten, das war ein Schnäppchen an diesem Tag. Bis 17 Uhr hatte sich eine Schlange gebildet, die den ganzen Obertorplatz entlang bis zur Stadtapotheke reichte. Ein Paar, das um diese Uhrzeit auf Höhe des Zebrastreifens vor dem Restaurant Museum stand, kam dann schließlich kurz vor 20 Uhr dran. Die letzten, die dran kamen, hatten über vier Stunden gewartet. Etwa jede Viertelstunden wurden acht Impfwillige in die Halle gelassen. Dort soll zunächst ein Artz geimpft haben, später sollen es dann zwei gewesen sein, berichten Leute, die es in die Halle geschafft hatten.

Weit über 100 mussten weggeschickt werden

Wer drin war, wurde aufmerksam umsorgt, aufgeklärt und in aller Ruhe geimpft. Wer sich vor Ort in der Schlange umhörte, fühlte die buchstäblich kalte Wut hunderter Menschen, die über lange Zeit nicht mal wissen konnten, ob sie überhaupt noch drankommen. Weit über 100 mussten gegen 21 Uhr dann weggeschickt werden.

Zwei Frauen konnten das kaum glauben. Sie hätten jetzt vier Stunden gewartet, sagten sie fassungslos. Jetzt durften sie unverrichteter Dinge nach Hause fahren. Vor allem Ältere hielten die Tortur gar nicht aus. Einer Dame, die Stunden in seiner Nähe gewartet habe, habe dann völlig entkräftet aufgegeben, und er habe ihr helfen müssen, die zwei Stufen vom Vorplatz runterzukommen, so steif seien ihre Beine gewesen, erklärte einer von jenen, die als letzte noch eine Impfdosis erhielten.

Abgesehen von einem der Helfer in der Halle, die gelegentlich vor die Halle kamen und kärgliche Informationen gaben, kümmerte sich niemand um die hunderte Menschen in der Warteschlange. Und eines wirkte wie ein schlechter Scherz: Geimpfte erhielten dann noch einen Gutschein für ein Essen in einem Hechinger Schnellimbis.