Der in VS stationierte Rettungshubschrauber Christoph 11 musste vor Sonnenaufgang Gegengift nach einem Schlangenbiss transportieren. (Symbolbild) Foto: DRF Luftrettung

Ein potenziell tödlicher Schlangenbiss in Kaiserslautern und das dringend notwendige Gegengift in München: Ein Wettlauf gegen die Zeit ging dank Christoph 11 aus VS gut aus.

Aus einem Freundschaftsdienst wird der Horror – und dann beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit um Leben und Tod: So dramatisch endete ein Schlangenbiss in Kaiserslautern. Bei der Rettung spielte der Hubschrauber Christoph 11 aus Villingen-Schwenningen eine entscheidende Rolle.

 

Begonnen hat die aufsehenerregende Geschichte, über die auch mehrere überregionale Medien berichtet haben, in einer Wohnung in der rheinland-pfälzischen Großstadt. Wie die Polizei in einer Mitteilung erklärt, war ein 36-Jähriger zu Besuch bei einem 34-jährigen Freund. Dieser wollte gerade seine Klapperschlange in ein anderes Terrarium umsetzen.

Dabei half ihm der 36-Jährige, indem er die Schlange mit zwei Haken hielt. Dann der Schockmoment: Das giftige Reptil löste sich und biss dem Mann ins Gesicht. Er erlitt einen Kreislaufkollaps. Der 34-Jährige sicherte die Schlange im Terrarium und rief den Rettungsdienst sowie die Polizei. Der Rettungsdienst behandelte den Gebissenen sofort und brachte ihn in ein Krankenhaus.

Dort verschlechterte sich sein Zustand jedoch zunehmend – eine drohende Lebensgefahr stand im Raum. Eine Recherche der medizinischen Verantwortlichen in Kaiserslautern ergab schließlich: Ein Gegengift gibt es mehr als 300 Kilometer Luftlinie entfernt – und zwar bei der Toxikologie des Klinikums Rechts der Isar in München.

Christoph München kann nicht starten

Wie die Feuerwehr München mitteilte, wurde die Integrierte Leitstelle der bayerischen Landeshauptstadt gegen 3 Uhr von der Leitstelle der Feuerwehr Kaiserslautern mit dem außergewöhnlichen Hilferuf kontaktiert – rund zwei Stunden nach dem dramatischen Biss. In München alarmierte man unverzüglich ein Fahrzeug des Medizin- und Organtransports und zeitgleich den Intensivtransporthubschrauber Christoph München. Doch dieser konnte wetterbedingt nicht fliegen.

„Da eine Fahrt – trotz Blaulicht – rund dreieinhalb Stunden gedauert hätte, wurden im weiteren Verlauf alle nachts verfügbaren Rettungshubschrauber in Bayern und Baden-Württemberg über die zuständigen Leitstellen angefragt“, heißt es seitens der Feuerwehr München.

Um 5 Uhr folgt der Alarm in VS

In Baden-Württemberg kam dabei nur Christoph 11 in Villingen-Schwenningen infrage – als derzeit noch einziger 24-Stunden-Hubschrauber im Land erhielt die Besatzung gegen 5 Uhr den Alarm, um an den Stuttgarter Flughafen zu eilen. Dorthin hatte die Feuerwehr München das Antiserum gegen das potenziell tödliche Gift der Klapperschlange mit dem Fahrzeug transportiert.

Am Flughafen Stuttgart fand schließlich die Übergabe an die Crew von Christoph 11 statt. Gut gesichert brachte sie die wichtige Medizin nach Kaiserslautern zu dem 36-Jährigen. Gegen 8 Uhr konnte ihm das Gegengift verabreicht werden – zu diesem Zeitpunkt befand er sich laut Feuerwehr München mittlerweile in einem lebensbedrohlichen Zustand. Dank der Hilfe aus München und Villingen-Schwenningen hatten die Ärzte eine entscheidende Unterstützung im Kampf um das Leben des Mannes. Sein aktueller Gesundheitszustand ist derzeit nicht bekannt.