Der Gemeinderat hat dem Plan für die Erschließung des Maute-Areals zugestimmt. In der Diskussion flackerten Argumente auf, die die Gemeinde auf Jahre hin beschäftigen werden.
Die nächste Etappe bei der Entwicklung des Maute-Areals steht auf der Tagesordnung des Gemeinderats: Es ist die Erschließung des Bereichs, deren Kosten ein Ingenieurbüro alleine auf 2,3 Millionen Euro schätzt.
Was genau gemacht wird
Die Bauarbeiten sind umfangreich. Es geht dabei zum einen um etliche Leitungen, die in den Boden verlegt werden. Dazu gehören Ver- und Entsorgungsleitungen für die Entwässerung, Rohre für die Wärmeversorgung, Stromleitungen und Glasfaserkabel. Zum anderen geht es um alles, was an der Oberfläche zu sehen ist. Dazu gehören Freiräume und Beleuchtung.
Was der Knackpunkt ist
All das hat ein Ingenieurbüro im Auftrag der Gemeinde für knapp 90 000 Euro geplant. Im Ergebnis soll das Maute-Areal nun von innen her erschlossen werden und nicht über die angrenzenden Straßen, denn bisher gingen die Planer davon aus, dass die bestehenden Leitungen genutzt werden.
Der Knackpunkt daran: Das ist technisch zwar möglich, aber dafür müssten sämtliche Straßen voll ausgebaut werden. Holger Maier, Leiter des Bauamts, hat vor dem Gemeinderat in diesem Zusammenhang von einer zweistelligen Millionensumme gesprochen.
Teurer und langsamer
Damit wird die Erschließung nicht nur massiv teurer, sondern würde den Baustart der ersten Gebäude verzögern – und das, wo die Investoren doch schon mit einem Zeitfenster kalkulieren.
Kostensparender ist daher, das Maute-Areal von innen zu erschließen, und zwar ohne, dass die angrenzenden Straßen angegriffen werden. Dies reduziert Baukosten und Bauzeit. So weit, so eindeutig.
Kostenpunkt: 900 000 Euro
Was im Gemeinderat für Diskussionen sorgte, war der potenzielle Ausbau der Goethestraße. Anlass für Überlegungen in diese Richtung war die Anfrage von Holzbau Fuß nach einer Erschließung von außen her. Deshalb haben die Ingenieure dem Gemeinderat verschiedene Varianten ausgearbeitet, wie man dies bewerkstelligen könnte.
Die Minimal-Variante sah den Ausbau der Goethestraße bis zur Schillerstraße vor. Christoph Michailidis dazu: „Die Goethestraße sieht furchtbar aus“, deshalb sei es sinnvoll, die Straße auf ihrer gesamten Länge voll auszubauen. Auch das hatten die Ingenieure berechnet, Kostenpunkt: 900 000 Euro und ein halbes Jahr mehr Bauzeit für die Erschließung.
Auch Volker Büschgen meinte, man habe doch „ein viel größeres Problem“, wenn man den Ausbau nicht gleich angehe. Dann müssten die Bauarbeiter ja später nochmal ran, alles aufreißen und nochmal alles sperren. Soll heißen: Gemacht werden muss es doch sowieso, dann lieber jetzt gleich.
„Das ist nicht leistbar“
Holger Maier sagte pragmatisch: „Was brauchen wir, dass die Bauträger bauen können?“ Was er nicht sagte: Die Bauträger brauchen den Vollausbau der Goethestraße nicht, wenn sie loslegen wollen, zumal der Baustart im Jahr 2026 erfolgen soll – das erscheint recht ambitioniert.
Bürgermeister Roman Waizenegger über den Vollausbau: „Das ist eine Großbaustelle. Die Bauzeit wird länger. Das ist nicht leistbar, weder ökonomisch, noch von der Zeit her und die Investoren sind in den Startlöchern.“ Gemeinderat Oliver Wolf erinnerte, dass Bisingen im Moment viele große Projekte stemmt. Die vorgeschlagene Variante der Ingenieure sei der „günstigste Weg“, der gleichzeitig den Fortschritt bei diesem Projekt sichert. Letztlich hat der Gemeinderat der Planung der Ingenieure einstimmig zugestimmt.
Noch ein Millionenprojekt
Aber ganz vom Tisch ist das Thema Vollsanierung umliegender Straßen nicht. Schiller-, Goethe- und Reichbergstraße haben eine Sanierung nötig. Auf Dauer wird um weitere Baustellen nichts herumführen. Das bedeutet aber auch: Ist die Baustelle Maute-Areal abgeschlossen, könnte es in direkter Nachbarschaft gleich weitergehen – und die Goethestraße wäre erst der Auftakt. Übrigens, nicht andiskutiert wurden all die weiteren sanierungsbedürftigen Straßen.
Einschränkungen
Bahnhofstraße
Welche Einschränkungen ein Vollausbau bringt, kann man derzeit an der Bahnhofstraße auf Höhe Haus im Park sehen: Dort klafft ein vier bis fünf Meter tiefes Loch in der Erde. Schwere Baumaschinen sind dort im Einsatz und die Straße ist in beiden Richtungen gesperrt – und das, wo es dort nur um ein rund 100 Meter langes Stück Mischwasserkanal geht.