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Schlaglochjagd Stadt Nagold erfasst Schäden mit App

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Rafael Beier (von links), Amtsleiter Hoch- und Tiefbauamt Nagold, Lars Grunder, Leiter kommunale Beziehungen Mittlerer Neckar der EnBW, Walter Saar, Sachgebietsleiter Straßenbau, Harald Müller, Kommunalberater der Netze BW und Abdulwahid Saidi von Vialytics zeigen das Auto, das für die Straßenerfassung genutzt wird. Foto: Stadt Nagold

Nagold - Mit einem Smartphone macht die Stadt Nagold neuerdings Jagd auf Schlaglöcher. Eine App des Stuttgarter Start-ups "Vialytics" macht das möglich. Mehr dazu lesen Sie in unserem (SB+)-Artikel.

"Genau sowas haben wir gebraucht", sagte Rafael Beier, Leiter des Hoch- und Tiefbauamts. Zur genaueren Straßenerfassung waren bisher aufwendige Begehungen notwendig. Dank einer neuen App geht das nun deutlich einfacher. Dafür wird ein Smartphone wie ein Navi an der Windschutzscheibe eines Autos angebracht. Die App nimmt beim Fahren alle vier Meter ein Foto von der Straße auf. Zusätzlich werden auch Erschütterungen und GPS-Koordinaten aufgezeichnet. Die Daten landen dann auf den Servern vom Stuttgarter Unternehmen "Vialytics" und werden von Algorithmen automatisch ausgewertet.

Etwaige Schäden werden dabei erkannt und gekennzeichnet. Das System erstellt dann eine Landkarte auf der die Ergebnisse der Auswertung zu sehen sind. Straßenabschnitte werden dabei einer Kategorie zugeordnet und bekommen quasi "Schulnoten" von 1 bis 5 für ihren Zustand. So soll eine möglichst objektive Erfassung des Straßenzustands erfolgen, erklärte Beier.

Durchschnittsnote 2,27

Auf das Ergebnis der Erfassung können die Mitarbeiter der Stadt über ihre Rechner zugreifen. Das gilt auch für alle Bilder, die währenddessen gemacht wurden. Aus Datenschutzgründen macht das System alle Kennzeichen und Personen, die bei der Befahrung mitfotografiert wurden, unkenntlich.

Die erste Erfassung in Nagold fand im März statt. Ein Mitarbeiter war mit einem E-Auto eine Woche lang jeden Tag etwa drei Stunden unterwegs. Mit dem System und dem Ergebnis ist man zufrieden, so Beier.

In Nagold ist das städtische Straßennetz insgesamt 180 Kilometer lang und hat vom System die "Durchschnittsnote" 2,27 bekommen. Besonderes Augenmerk legt die Stadt aber auf die Abschnitte, die in den Kategorien 3 bis 4 sind. "In der Kategorie 1 und 2 sind die Straßen in guten Zustand, da besteht noch kein Handlungsbedarf", erklärte Walter Saar, Sachgebietsleiter für Straßenbau. "In der Kategorie 5 sind die Straßen, die nicht mehr durch einfache Flickarbeiten wiederherzustellen sind. Da ist ein Vollausbau notwendig."

Bei den Kategorien 3 bis 4 hingegen könne die Stadt noch mit vergleichsweise wenig Aufwand eine weitere Verschlechterung verhindern und so teureren Sanierungen vorbeugen. "Durch eine gute Planung sparen wir Kosten", fasste Beier zusammen. Zwölf Prozent des Straßennetzes in Nagold fällt in die Kategorien zwischen 3 und 4. Die "Bestnote" 1 erhielten 19 Prozent aller Straßenabschnitte. Die Note 5 gab es für zwei Prozent der städtischen Straßen.

50.000 Euro Kosten

Erfassungssysteme, die beispielsweise auf Autobahnen eingesetzt werden können in der Stadt nicht genutzt werden. Die Geschwindigkeit bei der Befahrung ist dafür zu langsam und die Straßen meist zu eng, erklärte Beier.

Das System kostet die Stadt Nagold 50.000 Euro. Etwa 45 Prozent werden vom Land bezuschusst. Insgesamt 17 Kommunen nehmen an diesem Förderprojekt zur Straßenerfassung teil. Leitkommune ist die Stadt Hockenheim.

Das System werde von "Vialytics" fortlaufend entwickelt und die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen laufe bisher gut, erklärt Saar. In Zukunft sind zwei Befahrungen pro Jahr geplant. Jeweils eine vor und eine nach dem Winter, da in der kalten Jahreszeit die Straßen besonders beansprucht werden. Die nächste Befahrung soll im November erfolgen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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