Die Polizei hat wohl einer Verbrecherbande in Lahr das Handwerk gelegt. Foto: dpa

Eine Gruppe soll für 25 Einbrüche, Raub- und Betrugsstraftaten im Raum Lahr verantwortlich sein. Sie bestand aus bis zu elf Mitgliedern. Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen sind jetzt zwei Verdächtige verhaftet worden.

Die beiden Tatverdächtigen stehen im Verdacht, sich – gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Gruppe in unterschiedlichen Besetzungen – „durch Einbrüche, Raubdelikte, banden- und gewerbsmäßigem Betrug sowie Urkundenfälschungen im Bereich Lahr eine Einnahmequelle in nicht unerheblichem Umfang verschafft zu haben“, heißt es im Polizeibericht. Die beiden Männer – 21 und 24 Jahre alt – sitzen nun seit einigen Tagen im Gefängnis.

Nachdem sich ab Dezember 2022 Raubdelikte sowie Einbrüchen in Gastronomiebetriebe im Raum Lahr gehäuft hatten, kam die Kripo elf Tatverdächtigen auf die Spur. In wechselnder Besetzung sollen vier bis sieben Mitglieder der Gruppe die Raub- und Einbruchsdelikte begangen haben. Und zwar zu zweit, zu dritt oder zu viert. Insgesamt habe man 25 Einbruchs-, Raub- und Betrugstaten aufgedeckt, haben Polizei und Saatsanwaltschaft am Freitag mitgeteilt. Bei den Einbrüchen sollen unter anderem Schäden im fünfstelligen Bereich entstanden sein.

Mit fremden Personalien im Internet teure Kleidung und Parfüms bestellt

Nach einem besonders schweren Raub am 5. Februar in Lahr soll die Gruppe die dabei gestohlenen Personalien des Opfers verwendet haben, um Bekleidung, Parfüms und Technikprodukte zu bestellen und diese dann bei der Zustellung abzufangen.

Die beiden 21- und 24-Jährigen, die Mitte Juli festgenommen wurden, sollen seit Anfang 2022 durch fortgesetzte Betrügereien zur Kreditvergabe mehrere Bürger finanziell erleichtert haben. Durch Fälschungen von Unterlagen, vor allem von fremden Lohnabrechnungen, sollen die Tatverdächtigen an Kredite gekommen sein, die sie nie zurückzahlten. Den Opfern waren bei anderen Taten Entschuldungsprogramme oder Geldanlagen vorgeschoben worden, um an deren Daten zu gelangen.

Mit dem so erlangten Geld sollen die Verdächtigen Luxus-Uhren und hochwertige Smartphones inklusive Handyverträge erworben haben.

Bereits im März waren die Wohnungen der beiden Verdächtigen durchsucht worden, unterstützt durch Einsatzkräfte des Polizeireviers Lahr und des Polizeipräsidiums Einsatz. Dabei seien umfangreiche Beweismittel festgestellt worden, so die Polizei. Ein 19-jähriges Bandenmitglied war daraufhin festgenommen worden.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Offenburg wurden die beiden 21- und 24-Jährigen Beschuldigten Mitte Juli einem Haftrichter des Amtsgerichtes Offenburg vorgeführt. Dieser folgte dem Antrag und erließ Haftbefehl. Die beiden Männer wurden daraufhin in unterschiedliche Justizvollzugsanstalten überstellt.

Raubüberfall am MPG

Die Bande steht auch im Verdacht, für den Überfall am 5. Februar in der Max-Planck-Straße verantwortlich zu sein. Damals war ein 23-Jähriger von einer Gruppe junger Männer unter anderem mit einer Schreckschusswaffe attackiert worden. Ein 19-Jähriger aus der Gruppe steht im dringenden Verdacht, die Schreckschusswaffe gegen den 23-Jährigen eingesetzt und ihm persönliche Gegenstände abgenommen zu haben. Intensive Ermittlungsarbeit hatte die Kripobeamten auf die Spur des Heranwachsenden sowie zweier weiterer – wegen anderer Straftaten verdächtigen – jungen Männer gebracht.