Die Polizei hat im Zuge einer konzertierten Aktion gegen mutmaßliche Schleuser am Mittwochmorgen auch eine Offenburger Wohnung durchsucht. Foto: Pleul

Die Polizei hat im Zuge einer konzertierten Aktion gegen mutmaßliche Schleuser am Mittwoch auch eine Offenburger Wohnung durchsucht.

Offenburg - Bei dem Objekt in Offenburg handelte es sich um die Wohnung eines 37-jährigen "Helfershelfer". Das berichtet Ulrich Baisch, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Stuttgart, unserer Redaktion. Die Durchsuchung fand ab 6 Uhr statt, um ein Mobiltelefon und Dokumente sicherzustellen. Dafür waren neun Beamte im Einsatz.

Bande soll Türken mit falschen Papieren ausgestattet haben

Die beiden Hauptbeschuldigten und ihre Helfer sollen türkische Staatsangehörige über den Landweg aus Italien, der Schweiz und Österreich nach Deutschland gebracht und mit verfälschten oder total gefälschten italienischen Daueraufenthaltstiteln ausgestattet haben. Mit diesem Papier können die Nutzer eine Freizügigkeit gegenüber den deutschen Behörden vortäuschen. Zum Zwecke der Arbeitserlaubnis stellen sodann die deutschen Behörden eine echte deutsche Aufenthaltserlaubnis aus. Somit wurde der Aufenthalt der Geschleusten in Deutschland zum Schein legalisiert.

Offenburg ist lediglich "Nebenschauplatz"

Die Federführung bei den Ermittlungen haben die Staatsanwaltschaft Lörrach und die Bundespolizeiinspektion Stuttgart inne. Bei Offenburg handele es sich um einen "Nebenschauplatz", so Baisch. Auch Objekte in Weil, Lörrach, Emmendingen, Bad Säckingen, Todtnau, Karlsfeld und München wurden durchsucht. Der 37-jährige Offenburger befindet sich auf freiem Fuß. Gegen einen der Hauptbeschuldigten – einen 41 Jahre alten Türken – wurde Haftbefehl erlassen.