Der umstrittene Trip rückt näher: Kommenden Donnerstag reist eine Lahrer Delegation nach Bristol, um sich vor Ort Anschauungsunterricht in Sachen Surfpark zu holen. Sicher ist: Ein gemütlicher Sightseeing-Ausflug wird das nicht.
Die Einladung der Stadt war nur wenige Tage alt, da hagelte es schon Kritik aus allen Richtungen. Die Naturschutzverbände Nabu und BUND, die dem Großprojekt „Surfield“ von Anfang mit großer Skepsis begegneten, ließen wissen, dass sie nicht mit England fahren, genauer: fliegen würden. Eine wichtige Präzisierung, schließlich war ein ausschlaggebender Grund für die Absage eben die Wahl des Transportmittels. Auch im Gemeinderat rumort es. Manche finden die Kosten zu hoch, weil trotz einer Selbstbeteiligung von 270 Euro pro Person rund 10 000 Euro an der Stadt hängenbleiben. Andere sehen noch nicht die Zeit gekommen, sich das britische Vorbild namens „The Wave“ anzuschauen – noch sei in Lahr ja gar kein Standort für das Investorenprojekt gefunden.
Aller Missbilligung zum Trotz: Die Stadt hält Kurs auf Bristol. 16 Unentwegte – unter ihnen der Autor dieser Zeilen – starten am 3. Oktober in aller Herrgottsfrüh, um am 5. Oktober in selbiger hoffentlich heil zurückzukehren. Von Stuttgart geht’s über Amsterdam in den englischen Südwesten. Ein Tag und kein halber ist dort Zeit, sich über das „Wave“-Konzept mit Themen wie Nachhaltigkeit, Gesundheit und Tourismus zu informieren. Auf dem Programm stehen Gespräche mit dem Betreiber und Vertretern des zuständigen Verwaltungsbezirks.
Wenn’s gut läuft, bleibt noch die ein oder andere Stunde, um etwas zu essen und eine kleine Mütze Schlaf zu bekommen. Ach ja, ein bisschen Spaß gibt’s auch. Es darf tatsächlich Probe gesurft werden – für einen Preis von 60 Pfund, der freilich selbst zu tragen ist. Wie gesagt: Es wird keine Lustreise, die die Lahrer da am Tag der Deutschen Einheit antreten.