In Basler Gartenbädern kommt es immer öfter zu Vorfällen, die Sicherheitskräfte auf den Plan rufen. Vermehrt jugendliche Männer sorgen für Unruhe.
Diebstähle und Rangeleien sorgen für Ärger. Erst kürzlich machte eine „Badi“ im Schweizer Jura Schlagzeilen, weil man in Porrentruy Ausländern den Zutritt ins Schwimmbad verweigert. Die einschneidende Maßnahme, die auch Unschuldige trifft, sei wegen des Fehlverhaltens durch Jugendliche von jenseits der Grenze beschlossen worden, erklärte Bürgermeister Lionel Maitre gegenüber Schweizer Medien.
Doch nicht nur im Jura kommt es zu Auseinandersetzungen, wie unter anderem das SRF Regionaljournal jetzt berichtete. Von Pöbeleien und Verstößen gegen die Baderegeln ist auch in der Stadt am Rheinknie die Rede. „Man fühlt sich beim Baden nicht mehr wohl, im Sportbecken kommt es immer wieder zu Schlägereien. Wenn du Kinder hast, ist das nicht so toll“, erklärt eine Besucherin. „Die benehmen sich respektlos, dann kannst du gar nicht mehr ins Wasser.“
Immer wieder herausfordernde Situationen
Die Entwicklung nimmt auch das Basler Sportamt wahr: „Gerade an sehr heißen Tagen mit vielen Gästen kommt es leider immer wieder zu herausfordernden Situationen“, erklärt Cornelia Kilchherr, Leiterin Stab Sportamt Basel-Stadt, auf Anfrage unserer Redaktion. Und weiter: „Wir beobachten zurzeit vermehrt Gruppen von jugendlichen Männern, die sich nicht an die Baderegeln halten.“ Anweisungen würden nicht oder kaum befolgt, lässt sich der Leiter des Basler Sportamts, Steve Beutler, zitieren. So komme es zu aggressivem Verhalten und Diebstählen. Betroffen von der Entwicklung sei vor allem das Gartenbad St. Jakob, aber auch die Bäder Bachgraben und Eglisee.
Das Sportamt will jetzt noch mehr Sicherheitspersonal in den Schwimmbädern einsetzen. „Wir setzen bereits jetzt zusätzliche Sicherheitsdienste ein und passen deren Präsenz laufend an, um sicherzustellen, dass das Gartenbad ein Ort der Erholung bleibt“, macht Kilchherr deutlich. Beutler: „Wir müssen weiterhin die Sicherheit gewährleisten.“ Im Gartenbad St. Jakob sind zu Spitzenzeiten sechs Sicherheitskräfte anwesend, in Zukunft könnten es bis zu elf sein, so die Verantwortlichen. Zudem werde das Badi-Personal in Workshops auf die Kommunikation mit schwierigen Kunden sowie auf andere sensible Themen vorbereitet, teilt Kirchherr mit.
Badegäste aus dem grenznahen Elsass
Während einzelne Badegäste die Herkunft der überwiegend männlichen Unruhestifter im grenznahen Elsass verorten, zeigt sich Beutler diesbezüglich vorsichtig: Einen direkten Zusammenhang lasse sich noch nicht herstellen, ein Teil der jungen Männer spreche aber französisch. Ein genereller Ausschluss von Gästen aufgrund ihrer Herkunft sei aktuell für das Basler Sportamt kein gangbarer Weg. „Wir setzen stattdessen auf klare Regeln, Präsenz vor Ort und, wo nötig, konsequentes Einschreiten“, so Kirchherr.
Deutlich mehr Gäste aus Frankreich
Der Haussegen hängt auch im Naturbad Riehen schief: Mit dem Inkrafttreten der neuen Badeordnung in Weil und Lörrach gebe es eine Ausweichbewegung ins Naturbad und in andere Bäder in Grenznähe, wie die Gemeindeverwaltung Riehen auf Nachfrage mitteilt. Neben mehr deutschem Publikum gebe es auch deutlich mehr Gäste aus Frankreich im Naturbad. Vor allem in den vergangenen heißen Tagen habe es mehr Vorfälle gegeben, bei denen Badegäste mit sichtbaren Unterhosen unter der Badekleidung ermahnt oder auch des Bades verwiesen werden mussten.
Auch musste das Personal vermehrt auf die Duschpflicht hinweisen, weiß Betina Schuchardt, Sprecherin der Gemeindeverwaltung Riehen. „Zur Wahrung der Wasserqualität ist das Duschen nach jedem Sonnenbad, jeder Pause gerade in einem Naturbad absolut notwendig; das Tragen von Unterwäsche ist absolut verboten, und es herrscht Nulltoleranz gegenüber fehlbaren Badegästen.“
Bei der Durchsetzung dieser Regeln sei die Aggressivität bei den Badegästen leider spürbar höher; der Einsatz von Sicherheitspersonal ist laut Verwaltung bislang aber kein Thema im Naturbad. Wie Roger Wyden, Leiter Naturbad, ausführt, wird für die kommenden heißen Tage mehr Personal aufgeboten, um die Einhaltung der Regeln durchzusetzen und somit auch Präsenz zu zeigen.