Vor rund einem Jahr kam es zu einer Schlägerei im Top 10 in Balingen. Foto: Jessica Müller

Vor dem Balinger Amtsgericht muss sich ein 22-jähriger Pfullendorfer verantworten. Er soll Schläge im Top 10 ausgeteilt haben. Er sieht sich dagegen als Opfer.

Seit Ende Mai 2024 ist Ruhe eingekehrt im Top 10 in Balingen. Wenige Monate zuvor ging es in dem Nachtclub noch mal hoch her – nicht auf der Tanzfläche, sondern im Raucherbereich. Da sind laut Staatsanwaltschaft die Fäuste geflogen.

 

Verantworten muss sich vor dem Amtsgericht Balingen seit Dienstag ein 22-jähriger Pfullendorfer, dem Körperverletzung in Tateinheit der gefährlichen Körperverletzung vorgeworfen wird.

Im Februar vergangenen Jahres soll dieser laut Anklage seinem 24-jährigen Opfer nach vorausgegangenen verbalen Provokationen unvermittelt auf den Kopf gehauen haben, den Freund des Opfers soll er ins Gesicht geschlagen und gewürgt haben.

Frakturen im Gesicht

Der 24-Jährige trug eigenen Angaben zufolge Frakturen im Gesicht, Verletzungen des Augapfels sowie Schmerzen im Rippenbereich davon. „Das waren hämmernde Schläge in schneller Reihenfolge“, berichtete das 24-jährige Opfer der Richterin und der Staatsanwältin.

Anders trug sich die Geschichte laut Aussagen des Angeklagten zu, der ohne Verteidiger vor Gericht erschienen ist. „Angefangen hat alles mit einem Rempler auf der Treppe“, schilderte er seine Sicht. Da habe der 24-Jährige einen Aufstand gemacht. „Also habe ich ihn mir vorgenommen.“ Mit der Faust zugeschlagen habe er aber nie, beteuerte er.

Im Raucherbereich später wurden laut Aussagen des Angeklagten Backpfeifen ausgetauscht, und es kam zu Schubsereien. „Warum sind Sie überhaupt auf die Personen zugegangen?“, wollte die Richterin wissen.

Er sei schon angetrunken gewesen und habe sich eben provozieren lassen, lautete seine Erklärung. Seine damalige Partnerin gab an, dass dies öfter vorkomme, wenn Alkohol fließe. „Da müssen Sie an sich arbeiten, sonst sitzen Sie noch öfter hier vor Gericht“, sagte die Richterin.

Bereits in Konflikt mit dem Gesetz gewesen

Bereits in der Vergangenheit kam der junge Mann mit dem Gesetz in Konflikt. Zweimal wurden gegen den Angeklagten Geldstrafen verhängt wegen Bedrohung, Beleidigung und vorsätzlicher Körperverletzung.

Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung sei der Angeklagte laut eigenen Aussagen noch von den Securitymitarbeitern des Top 10 schwer angegangen worden. „Da wurde ich geschlagen und gegen die Wand gedrückt.“ Das konnte niemand der geladenen Zeugen beobachten.

Es droht eine Haftstrafe

Allerdings schilderte die Freundin des 24-jährigen Opfers ebenfalls ein sehr aggressives Verhalten der Security vor Ort. Der Geschädigte und sein Freund sollen geschubst und beleidigt worden sein.

Da noch einige Zeugenaussagen ausstehen, wird der Prozess am kommenden Dienstag, 4. Februar, fortgesetzt.

Im Falle einer Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung droht dem jungen Mann laut Strafgesetzbuch eine Gefängnisstrafe. Diese kann zwischen sechs Monate und zehn Jahre ausfallen. Ein Urteil könnte dann in der kommenden Woche gefällt werden.