Die digitale Alternative aus dem vergangenen Jahr soll nicht wiederholt werden.Screenshot/Archivfoto: Sum/Ziechaus Quelle: Unbekannt

2020 ist der traditionelle Silvesterzug ausgefallen. Er wurde stattdessen ins Internet verlegt. Und wie sieht’s dieses Jahr aus? Während die Verwaltung sich zögerlich gibt, plädiert der Gemeinderat dafür, dass am letzten Abend des Jahres wieder gemeinsam gesungen wird.

Schiltach - "Den Silvesterzug im vergangenen Jahr haben wir richtigerweise abgesagt", stieg Bürgermeister Thomas Haas in das Thema ein. Er erinnerte an die digitale "Ersatzveranstaltung": Seine und die Rede von Pfarrer Markus Luy waren im Vorfeld auf Video aufgezeichnet und am Silvesterabend ins Internet gestellt worden. Es wurde um Fotos ergänzt, den Abschluss machte der Nachtwächter, der sonst in der Neujahrsnacht durch die Gassen zieht. Mehr als 1200 Mal wurde das Video angeschaut, freute sich Haas über die Klickzahlen.

"Wir sehen es nach wie vor als schwierig an", sagte er mit Blick auf die Umsetzung 2021. Es müssten die Daten aller Teilnehmer und Zuschauer erfasst werden – und das bei sämtlichen Zugängen zum Marktplatz und entlang der Zugstrecke. Um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen, sollten zwei Personen pro Eingang stehen. "Da bräuchten wir richtig Leute", stellte Haas klar. 3 G gelte indes nicht. "Das wäre erst ab 5000 Teilnehmern der Fall", informierte Hauptamtsleiter Michael Grumbach.

Für Michael Buzzi war klar: "Ich bin dafür, dass wir den Silvesterzug machen, wenn es corona-mäßig erlaubt ist." Denn mit jedem Jahr, "das wir aussetzen, wird es schwieriger, wieder einzusteigen". Aus seiner Sicht könnten die Gemeinderäte­ an diesem Abend personell mithelfen. "Die digitale Umsetzung war 2020 die passende Alternative", meinte Axel Rombach. Dieses Jahr solle der Silvesterzug aber wieder in Präsenz stattfinden – wenn auch "in abgespeckter oder veränderter Form". Er regte an, die Teilnehmer-Daten per Anmeldung zu registrieren, sodass diese schon einige Tage vorher gemacht werden könne. Die Leute könnten etwa ein Einlass-Bändchen bekommen, was den Ablauf an den Eingängen beschleunigen würde.

Michael Pflüger wollte auch, "dass wir schauen, dass wir das wieder hinbekommen". Er regte an, sämtliche potenziellen Zugänge zur Zugstrecke zu sperren. "Das macht keinen Sinn", wiegelte Stadtbaumeister Roland Grießhaber direkt ab. "Es muss dort halt überall jemand stehen", meinte er.

Thomas Haas äußerte die Sorge, dass die Corona-Regeln zu Unmut bei den Teilnehmern führen könnten. "Das Unverständnis hält sich in Grenzen", berichtete Jacqueline Stehle von ihren Erfahrungen durch die Spielvereinigung bei Heimspielen und am Oktoberfest. Sie schlug Einlass-Bändchen oder -Buttons vor, die leuchten. "Dann geht die Kontrolle noch schneller." Inge Wolber-Berthold fand diese Idee gut.

"Wir brauchen ein einigermaßen funktionierendes Zugangskonzept. Ein gewisses Restrisiko bleibt immer", meinte Ulrich Gebele hinsichtlich möglicher Schlupflöcher für Teilnehmer, die nicht registriert sind. Das Infektionsrisiko sei bei der Veranstaltung an der frischen Luft "eh verschwindend gering". "Man muss auch wieder anfangen, Dinge zu machen. Es muss ja irgendwann wieder normal werden", sprach er sich gegen zu viel Zurückhaltung aus.

Der Bürgermeister versprach, dass die Verwaltung sich Gedanken zur Umsetzung machen und wieder auf den Rat zukommen werde.

Hauptamtsleiter Michael Grumbach verwies darauf, dass bei steigenden Corona-Zahlen kurzfristig doch noch 3G für den Silvesterzug gelten könnte. Die einhellige Meinung des Rats: "Abblasen geht zur Not auch kurzfristig noch."