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Schiltach Waldbrandgebiet als Studienobjekt

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Holger Wöhrle (hinten Mitte) mit der Studentengruppe von Christophe Neff (hinten rechts) an der Brandstelle Foto: Fritsche Foto: Schwarzwälder Bote

Auf einer Exkursion durch den Landkreis Rottweil haben Geografiestudenten aus Karlsruhe am Freitag auch die Brandstelle in Schiltach oberhalb der Bachstraße besucht.

Schiltach. Dort hatten am 20. August nachmittags beim Eingang eines Zugangsstollens zum Kirchbergtunnel Büsche und Bäume an dem steilen Hang gebrannt. Ausgangspunkt des Feuers war offensichtlich ein Holzstapel neben dem Stolleneingang gewesen, bei dem die Polizei später Reste eines Stabfeuerzeugs sicherstellte (wir berichteten).

Nur durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehren Schiltach, Schenkenzell und Schramberg konnte ein großer, schwer einzudämmender Waldbrand verhindert werden. Am Freitagvormittag besichtigte Christophe Neff vom Institut für Geografie und Geoökologie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zusammen mit elf Lehramtsstudenten der Geografie die Brandstelle.

Der promovierte Wissenschaftler Neff hat sich einen Namen als Waldbrandexperte gemacht hat. Schon 2015 hatte der aus Schramberg stammende Neff das damalige Waldbrandgebiet am oberen Göttelbach inspiziert. Diesmal war zusammen mit dem aus Rottweil stammenden Geografen Christoph Mager im Rahmen der Exkursion "Zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb" unterwegs. Mager stellte den Bereich Rottweil und Neef die Raumschaft Schramberg mit Schiltach vor.

Förster Holger Wöhrle, Leiter des Forstreviers Lauterbach, das auch Schiltach betreut, hatte die beiden Wissenschaftler mit ihren Studenten in der Bahnhofstraße abholt und zur Brandstelle geführt. Wöhrle hielt dort einen sachkundigen und lebendigen Vortrag über den Brand, danach auch über Flora und Fauna, speziell auch über die Problematik der Wölfe.

Wöhrle erzählte detailliert vom Brandgeschehen: Das Feuer war am Holzstapel ausgebrochen, die Hitzestrahlung setzte den Hang in Brand, gleichzeitig sorgte die Hanglage für eine Verstärkung des Luftsogs nach oben.

Aus drei Gründen habe die Feuerwehr den Brand verhältnismäßig schnell unter Kontrolle gebracht: Erstens durch die Ortskenntnisse des Kommandanten Harry Hoffmann, der die richtigen Anfahrtswege für die Einsatzfahrzeuge kannte. Zweitens, weil es relativ windstill war. Drittens, weil durch die Nähe zur Schiltach schnell viel Wasser zur Verfügung stand.

Circa 60 Meter den Hang hinauf brannten Büsche und Bäume, auch die Tannen weiter oben sind durch das Feuer geschwächt und werden noch kaputtgehen. "Für die Tier- und Planzenarten ist eine solche Katastrophe allerdings eher positiv, weil sich anschließend seltene Arten wieder ansiedeln können", erläuterte Wöhrle. In zwei, drei Jahre wären die Brandspuren weitgehend verschwunden.

Einig waren sich Neff und Wöhrle, dass man sich Gedanken über eine bessere Brandbekämpfung machen müsse. Wären solche Brände von Wiesen oder Wald am Anfang seiner Zeit als Förster kein Thema gewesen, kämen sie inzwischen im Schnitt jährlich vor, berichtete Wöhrle den Studenten.

Er plädiert dafür, eine "Überlandhilfe" zu organisieren, die auch den Einsatz von Löschhubschraubern vorsieht und in der Lage ist, große Wald- oder Wiesenbrände einzudämmen, mit denen die lokalen Feuerwehren nicht mehr fertig würden. "Es geht ja nicht nur um den Wert verbrannten Holzes oder Weide, sondern damit verbrennt auch die Existenzgrundlage der Bauern", betont Wöhrle, bevor Neff und seine Studenten in den Hang einstiegen, um die Brandstellen aus der Nähe zu untersuchen.

Ihre Redaktion vor Ort Schramberg

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