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Schiltach Silvesterzug per Livestream?

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Fotos: © luengo_ua – stock.adobe.com, Archiv / Montage: Kleinau Foto: Schwarzwälder Bote

Der Silvesterzug in Schiltach hat große Tradition. Die Corona-Pandemie bringt diese nun ins Wanken – zumindest in seiner herkömmlichen Form kann der Zug wohl nicht stattfinden. Doch wie dann?

Schiltach. Mit dieser Frage hat sich der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Mittwochabend beschäftigt. "In gewohnter Weise wird es sich nicht machen lassen", sagte Bürgermeister Thomas Haas. Er halte es für fraglich, ob der notwendige Abstand zwischen den Teilnehmern eingehalten werden kann. Und falls ja, würde sich der Zug sehr in die Länge ziehen, "was der Veranstaltung nicht zuträglich wäre", so seine Befürchtung. Auch das Singen mit Maske und bei einem langgezogenen Zug halte er für schwierig.

Aber: Der Silvesterzug sei eine "sehr traditionelle Veranstaltung", weshalb es schwierig sei, "zu sagen, was macht man jetzt". Er habe dazu verschiedene Gespräche geführt – unter anderem mit Ratsmitglied Michael Buzzi. Dieser habe die Idee eingebracht, den Silvesterzug in reduzierter Form durchzuführen –­etwa mit 80 Personen, die vorab registriert werden – und im Internet zu übertragen.

Er halte diesen Vorschlag zwar für bedenkenswert, so Haas. Allerdings müsse mindestens mit zwei Kameras professionell gefilmt werden, um eine "gewissen Spannung" erzeugen zu können. Und das bei schwierigen Lichtverhältnissen, bei denen "man im Zweifel nicht allzu viel sieht". Das Gehen vom Rathaus zur Kirche nehme mindestens zehn Minuten in Anspruch: "Sich das vor dem Bildschirm zu geben, dafür muss man schon Fan sein", äußerte Haas Bedenken ob der Attraktivität eines solchen Angebots.

Er schlug deshalb vor, die Ansprachen von Bürgermeister und des Pfarrers im Vorfeld aufzunehmen und am Silvesterabend ins Netz zu stellen. Auch die Dankesworte könnten vorab gefilmt werden. Das erfordere weniger "Durchhaltevermögen" der Zuschauer und sei daher "tendenziell interessanter", sagte er. Denkbar sei, in dem Video zusätzlich Bilder vorheriger Silvesterzüge einzublenden.

Michael Buzzi verteidigte seinen Vorschlag. Es könne zwar sein, räumte er ein, dass es tröge sein könne, zehn Minuten lang das Gehen auf dem Bildschirm zu verfolgen, aber: "Es könnte auch eine Chance sein, unseren Silvesterzug einmal anders darzustellen." Auch frühere Schiltacher, die nicht mehr dort leben, hätten so etwas vom Silvesterzug und es ließen sich Leute erreichen, die bislang nicht an der Veranstaltung teilgenommen hätten und den Livestream während ihrer Silvesterfeierlichkeiten im Hintergrund laufen ließen. "Mit der Kulisse des Städtles könnte das nicht unspannend sein", so Buzzi. Nur die Reden zu zeigen fände er etwas langweilig.

"Den Silvesterzug abzusagen ist keine Alternative", befand auch Axel Rombach. Er sei vielen Bürgern wichtig. Ob als Livestream oder als Video im Nachgang – das sollte mit Fachleuten geklärt werden. Das Singen mit Maske sah er nicht als Problem, "in der Kirche funktioniert es auch". Allerdings halte er einen "gestellten Zug" mit 80 Teilnehmern für schwierig. "Wie lässt sich dann kontrollieren, dass niemand anderes noch dazukommt?".

Auch Inge Wolber-Berthold befand das für schwierig: "Wer darf dann kommen und wer nicht? Damit könnten wir manche vergraulen", so ihre Befürchtung. Sie sprach sich daher ebenfalls dafür aus, die Reden von Pfarrer und Bürgermeister aufzunehmen und das Video um Fotos von früher und heute zu ergänzen. Für den Vorspann könnte der Gesang der traditionellen Lieder aufgenommen und im Abspann der Nachtwächter eingespielt werden, ergänzte sie den Vorschlag.

Unterstützung bekam sie von Michael Pflüger. Auch, weil er es "kritisch findet", wenn "nur eine elitäre Gruppe laufen darf" und der Rest zuhause bleiben müsse. Anders sah es Jaqueline Stehle: "Die Menschen sind es inzwischen gewohnt, dass Teilnehmerzahlen begrenzt sind und man sich vorab anmelden muss. Wenn mir etwas wirklich wichtig ist, beeile ich mich mit der Anmeldung", so ihre Meinung. Diese solle nicht nur online, sondern beispielsweise auch telefonisch im Rathaus möglich sein. Auch Buzzi sah die Gefahr nicht, dass sich jemand ausgeschlossen fühle.   "Ich glaube nicht, dass wir arg viele abweisen müssten", meinte er. Bei der richtigen Kommunikation im Vorfeld sei außerdem nicht zu befürchten, dass spontan viele unangemeldete Teilnehmer kommen würden.

Der Bürgermeister regte an, die Entscheidung zu vertagen. Er werde bis zu nächsten Sitzung mit einem Filmexperten über die Machbarkeit sprechen. "Beim Streamen müsste ja live geschnitten werden" – außerdem solle verhindert werden, dass "nicht nur eine singende schwarze Masse" zu sehen ist. Bis in drei Wochen sollen sich auch die Räte noch mal Gedanken über die Umsetzung des Silvesterzugs 2020 machen, dann kommt das Thema erneut auf den Tisch.

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