gespannt lauschten Bürgermeister Thomas Haas und der Schiltacher Gemeinderat den Ausführungen des Leitungsteams des Kinder- und Jugendtreffs. Foto: Matthias Dorn

Bei einem Vor-Ort-Termin informierte sich der Schiltacher Gemeinderat über die vielfältige Arbeit im Kinder- und Jugendtreff in der Schramberger Straße.

An Ort und Stelle informierte sich der Schiltacher Gemeinderat über die Arbeit des Schiltacher Kinder- und Jugendtreffs in der Schramberger Straße 11.

 

Die drei Sozialarbeiterinnen Ulrike Stein, Gabi Herrmann-Biegert und Adeola Okunuga gaben einen Überblick über sich stark verändernden Inhalte ihrer Arbeit mit Schiltacher Jugendlichen. Ulrike Stein blickte auf die Entwicklung seit 2023 zurück, die zunächst vom Wiederanfang nach Corona geprägt war. 2023 war das Team stark in Einzel-Krisengesprächen gefordert, im November konnte in Kooperation mit dem Jugendtreff Alpirsbach die „Kinzig-Dance-Show“ reaktiviert werden, Tänzerinnen in sechs Gruppen aus drei Vereinen boten einen gelungenen Neuanfang des vor Corona stark nachgefragten Formats, 2024 nahmen dann schon wieder elf Gruppen teil.

Demokratiebildung und das Aus des selbstverwalteten Treffs

Im Rahmen der Demokratiebildung wurde 2024 „Politik und Pizza“ angeboten, dieses Format war gleichzeitig auch der letzte Versuch, für den „selbstverwalteten Jugendtreff“ ein neues, engagiertes Publikum zu finden, nach drei Jahren fand dieses Projekt, in dem sich Jugendliche ab 16 Jahren „selbstverwaltet“ treffen konnten, im September 2024 leider ein vorläufiges Ende. Seitens der Stadt wurde am Rande der letzten Gemeinderatssitzung versprochen, dass – Interesse einer neuen Gruppe vorausgesetzt – dieses Projekt jederzeit wieder aufleben könne, aber wer sich einen selbstverwalteten Treff wünsche, müsse die Selbstverwaltung dann zu einem gewissen Maß auch leisten, stellten die Sozialarbeiterinnen klar.

Große Bedeutung habe für das Team die Arbeit mit Grundschulkindern, in diesem Alter werde über Beziehungsarbeit die Vertrauensbasis dafür gelegt, dass sich die Jugendlichen mit ihren Problemen dann auch den Sozialarbeiterinnen anvertrauen würden. Mit 62 Teilnehmern beim letzten Event im Kindertreff („Trinkschokolade am Stiel“) sei das engagierte Termin an seine Grenzen gekommen, der Nachmittag mit so vielen Kindern könne nur mit einem großen Team an engagierten Jugendlichen geleistet werden, hier habe sich über die letzten Jahre ein Stamm von Helfern gebildet.

Neue Projekte: Graffiti, Pimp-up-Team und Jugend-Hearing

Mit einem „Jugend-Hearing“ habe man im Jugendtreff erfolgreich neue Wege beschritten, ein Dutzend Jugendliche erklärten sich bereit, als „Pimp-up“-Gruppe die in die Jahre gekommenen Räume umzugestalten, der Mädchentreff nahm mit der Schiltacher Künsterlin Viola Auber ein Graffiti-Projekt im Jugendtreff in Angriff. „Die Mädchen kamen in den Pfingstferien pünktlich zur Arbeit und brachten das Projekt auch zu Ende“, der Stolz über das Erreichte schwang bei den Sozialarbeiterinnen in der Rückschau mit, in den Sommerferien wurde an der Grundschule eine weitere Wand mit einem Graffiti-Projekt verschönert.

„Queerer Treff“ wird zum Leuchtturmprojekt

Mit dem „Queeren Treff“ verfüge Schiltach dazu jetzt auf Initiative von Jonas Urbat über ein Leuchtturmprojekt, welches eine große Lücke geschlossen habe. Urbat bringe sich mit viel Herzblut in das Projekt ein und habe auch schon überregional Fördergelder eingeworben, mit etwa 20 Besuchern werde der Treff (immer montags um 18.30 Uhr) auch gut angenommen, lediglich aus Schiltach habe sich noch niemand getraut zu kommen, „am Montagabend in seiner Heimatstadt die Treppe zum Treff hinaufzugehen, sei vermutlich für Schiltacher Jugendliche momentan noch ein unangenehmer Moment des Outings“, orakelte Herrmann-Biegert über mögliche Gründe.

Bürgermeister Thomas Haas würdigte die Arbeit im Kinder- und Jugendtreff, für eine Stadt der Größenordnung Schiltachs sei die Einrichtung eines Kinder- und Jugendtreffs eine Selbstverständlichkeit und dass diese so gut angenommen werde, mache ihn als Stadtoberhaupt stolz.