Karl und Monika Hils schlossen am Wochenende das traditionsreiche Gasthaus "Schwobekarle" endgültig. Foto: Rombach Foto: Schwarzwälder-Bote

Schiltach verliert weiteren gastronomischen Traditionsbetrieb

Schiltach (r). Das Wirtsehepaar vom Schiltacher Gasthaus "Schwobekarle" in der Hauptstraße 33, Karl (56) und Monika (54) Hils hat sich überraschend entschlossen, seinen gastronomischen Betrieb ab sofort und für immer zu schließen. Am Wochenende war zum letzten Mal geöffnet.

Eine Familientradition ging zu Ende. Insbesondere wirtschaftliche Gründe führen die Beiden als Grund für ihren Entschluss an. "Es ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, es ist zu viel an Einnahmen weggebrochen", sagen sie. Und sie fügen voller Wehmut hinzu: "Der Entschluss, aufzuhören, ist uns nicht leicht gefallen, die Schließung tut weh, zu eng waren wir mit dem Traditionsbetrieb verbunden." Und Wehmut machte sich auch bei den seitherigen Gästen und in Schiltachs Bevölkerung breit. Die künftige Verwendung der Räumlichkeiten ist noch offen.

Das Wirtshausgebäude wurde 1792 gebaut. Es ist ein schmucker Fachwerkbau, die Fenster mit Blumen stets herrlich geschmückt, und insbesondere auch der große Kessel vor dem Haus, ebenfalls voll und reichlich blumendekoriert, fiel stets ins Auge. Immer wieder war das Haus Fotoobjekt. Einst befand sich hier die Brauerei Haist, und lange trug das Haus diesen Namen. Die älteren Schilt-acher erinnern sich noch daran.

Im Jahr 1956 änderte Wilhelm Hils, der Vater des jetzigen Eigners, zusammen seiner Frau Klara Hils, die aus dem Haus stammte, den Wirtshausnamen. Ein nicht alltäglicher Name sollte es sein, und dies ist auch gelungen. Der Vater starb 1978 an den Folgen eines Unfalls, und seither führte Karl Hils zusammen mit seiner Frau Monika Hils das Wirtshaus. Die Mutter starb 2010.

Karl Hils ist von Beruf Metzger. Das Haus entwickelt sich zu einer angesehen Vesperwirtschaft. Äußerst beliebt waren die Hausmacher Vesper und die Kesselfleisch-Variationen. Es waren zumeist selbst hergestellte Produkte.

Es gab einen belebten Stammtisch, Vereine trafen sich hier zu Versammlungen, Einheimische und Feriengäste kehrten gleichermaßen ein. Ein Biergarten war angegliedert, der ebenfalls Zuspruch erhielt.

Es wird allgemein sehr bedauert, dass dieses Traditionslokal nun nicht mehr sein soll. Eine Ära geht auch hier zu Ende, wieder stirbt ein gutes Stück Schiltach, wieder ein Gasthaus weniger in der Flößer- und Tourismusstadt. Quo vadis Gastronomie?