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Schiltach Räder-Hersteller BBS stellt Insolvenzantrag

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Alles andere als eitel Sonnenschein: Der Räder-Hersteller BBS braucht dringend Geld. (Archivfoto) Foto: Sum

Schiltach-Hinterlehengericht - Der Räder-Hersteller BBS hat die Insolvenz beantragt. Ziel der Beteiligten ist es, das Unternehmen weiterzuführen. Wie die Mitarbeiter das Ganze aufgenommen haben und was für BBS die nächsten Schritte sind, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht Rottweil am Dienstagmorgen den Rechtsanwalt Thomas Oberle aus Mannheim bestellt. Sein Kollege Marc-Philippe Hornung war schon am Mittwochvormittag nach Hinterlehengericht gekommen und nahm an der vom Management angesetzten Mitarbeiterinformationsversammlung teil.

Siehe auch: Arbeitsplätze bei BBS gefährdet

Die Mitarbeiter seien ruhig und schweigsam gewesen, berichtete ein Teilnehmer nach der Veranstaltung. "Unser Ziel ist es, das Unternehmen weiterzuführen und die Chancen dafür sind gut", erklärte Rechtsanwalt Oberle auf Anfrage unserer Zeitung. Zur Zeit laufe die Bestandsaufnahme. Die habe bereits ergeben, dass es keine Rückstände bei den Lohn- und Gehaltszahlungen gibt. Jetzt werde Insolvenzgeld für die Vorfinanzierung beantragt, damit BBS "Luft zum Atmen bekomme".

Gewerkschaftssekretär von Insolvenzverfahren überrascht

Von der IG Metall Freudenstadt hat Gewerkschaftssekretär Stefan Prutscher an der Mitarbeiterversammlung teilgenommen. Vom Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist er überrascht. "Erst in der vergangenen Woche haben wir wegen Restrukturierungsmaßnahmen zusammen gesessen", erklärte Prutscher. Die Kunden aus der Autoindustrie hatten die geplanten Abrufzahlen nicht erfüllt. Gleichzeitig habe der koreanische Gesellschafter kein Geld zuschießen wollen. "Man kann aber nicht sagen, dass BBS verschuldet ist", versicherte Prutscher. Aber natürlich brauche das Unternehmen Geld für die Liquidität.

Prutscher ist froh, dass das Amtsgericht Rechtsanwalt Oberle als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt hat, denn dessen Kanzlei habe BBS auch schon bei den beiden früheren Insolvenzverfahren begleitet. Das letzte Mal im Jahr 2007 seit Rechtsanwalt Hornung auch schon mit dabei gewesen: "Die kennen sich mit BBS aus."

Jetzt werde alles getan, dass es keine Unterbrechung der Lieferketten gibt. Der Kontakt mit Kunden und Lieferanten laufe bereits. Und die 550 Mitarbeiter bekämen jetzt drei Monate lang ihren vollen Lohn durch das Insolvenzgeld. Prutscher hofft, dass ein Investor nicht nur die Marke kauft, sondern das Unternehmen weiterführt. Ein Großteil der Räder gehe an deutsche Kunden. Wegen der kürzeren Wege wäre es ein großer Vorteil, am Standort Deutschland zu produzieren.

Mit dem Insolvenzantrag scheiterte der jüngste gemeinsame Versuch vom BBS-Betriebsrat und IG Metall, diese Entwicklung abzuwenden. Sie hatten den Wahlkreisabgeordneten Volker Kauder (CDU) im Rechtsstreit mit der Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wegen zwölf Millionen EEG-Umlage um Unterstützung für einen früheren Gerichtstermin gebeten. Kauder sah keine Möglichkeit zu helfen.

Ihre Redaktion vor Ort Schramberg

Stephan Wegner

Fax: 07422 9493-18

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