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Schiltach Pavillon: Provisorium wird angestrebt

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Seit Anfang der 1880er-Jahre steht auf dem Schlossberg ein Pavillon.Fotos: Sum Foto: Schwarzwälder Bote

Der Pavillon auf dem Schlossberg ist marode, die Aussicht derzeit so lala. Dennoch waren sich die Gemeinderäte am Mittwoch einig, dass er zumindest so lange erhalten bleiben soll, bis eine Ersatzlösung gefunden wird.

Schiltach. Bürgermeister Thomas Haas erinnerte eingangs an die Sanierung der Christophshütte. Dort hatte der Schwarzwaldverein viel Eigenleistung eingebracht, die Stadt hatte die Fremdkosten getragen. "Das gleiche Verfahren haben wir beim Pavillon auf dem Schlossberg angestrebt", sagte Haas – ein Kostenvoranschlag habe die Sanierung auf rund 5000 Euro beziffert. Dann das Aber: Bei der genaueren Begutachtung des Pavillons sei aufgefallen, dass "die Schäden sehr, sehr groß sind". Eine Sanierung als dauerhafte Lösung mache aus Sicht der Verwaltung keinen Sinn; "wenn wir ihn erhalten wollen, müssen wir ihn ersetzen", so der Bürgermeister. Mit kleineren Maßnahmen indes ließen sich "vielleicht noch ein oder zwei Jahre überbrücken".

Der Pavillon werde in der Stadt wahrgenommen und habe eine lange Geschichte: Es sei Anfang der 1880er-Jahre durch den Verschönerungsverein, aus dem später der Schwarzwaldverein hervorgegangen war, erbaut und seither regelmäßig erneuert worden.

Haas machte klar: "Der jetzige muss weg. Über den Ersatz muss der Gemeinderat befinden." Denkbar sei ein neuer Pavillon, das Schaffen einer Freifläche mit Aufenthaltsqualität, auch andere Ideen – etwa der Bau eines Turms –­ seien schon genannt worden. Dass der Schlossberg attraktiver gemacht werden soll, sei schon öfter im Gemeinderat gewünscht worden. Mit dem Rundweg, dem Rückschnitt von Hecken und dem Abriss des früheren Stalls sei "schon einiges verbessert" worden.

Stadtbaumeister Roland Grießhaber zeigte die Schäden am Bauwerk anhand einiger Fotos auf – viele Pfosten sind faul oder beschädigt, auch die Dachsparen sind nicht mehr in einwandfreiem Zustand.

In Sachen Turm war der Bürgermeister bereits tätig: Mit einer Drohne hatte er Luftaufnahmen gemacht –­ auch um zu sehen, ab welcher Höhe ein guter Blick ins Städtle möglich ist ohne Bäume zu fällen. Dafür "müsste man auf 20 bis 22 Meter hoch", so seine Einschätzung – ein "gewaltiger Turm", wie er befand. "Die Alternative wäre, Bäume wegzunehmen", sagte Hans-Jörg Heinrich.

"Weg ist weg"

Michael Götz, auch im Schwarzwaldverein engagiert, äußerte hinsichtlich des Pavillons die Befürchtung: "Wenn er weg ist, ist er weg." Der Verein befürworte daher, das Bauwerk "mit relativ geringem Aufwand so zu verankern, dass es noch zwei bis drei Jahre hält" – und in der Zwischenzeit eine Entscheidung getroffen werden könne. Auch Michael Buzzi plädierte dafür, den Pavillion zu ertüchtigen, dass er noch einige Jahre halte – "so lang können wir uns Gedanken machen". Es sei toll, dass das Bauwerk vom Marktplatz aus zu sehen ist, diese "Sichtachse sollte gepflegt werden". Und­: "So schlecht ist die Aussicht jetzt auch nicht", meinte Buzzi auf Haas’ Hinweis, dass Touristen gelegentlich ob des Blicks vom Schlossberg etwas enttäuscht seien.

Götz mahnte, regelmäßig die Haselnusshecken zu schneiden, "dann sieht man nämlich auch vom Pavillon auf dem Marktplatz".

Philipp Groß wollte das Bauwerk ebenfalls stehen lassen, bis eine Entscheidung getroffen ist – "egal, ob Turm oder Pavillon". Er sieht "viel Potenzial" und sprach sich dafür aus, den Schlossberg zu überplanen und "ein Stück weit erlebbarer zu machen". Lehengerichts Ortsvorsteher Thomas Kipp befand es ebenfalls für gut, "am historischen Standort etwas zu entwickeln. Die Sicht ist noch so gut, dass es sich immer rechtfertigt, dort etwas zu machen". Inge Wolber-Berthold brachte die Möglichkeit ins Spiel, den Pavillon als Außenstelle des Standesamts einzurichten, sodass dort Trauungen möglich sind.

"Wir sind mit allem d’accord", sagte der Bürgermeister, auch mit dem Provisorium. Er forderte den Gemeinderat aber auf, die grundlegende Richtung vorzugeben, in die dann weiter geplant werden soll. "Sonst stehen wir in drei Jahren wieder am selben Punkt", machte er klar. Michael Buzzi schlug vor, bis Ende des Jahres Ideen zu sammeln –­ "sicherlich kommt da auch etwas aus der Bevölkerung" –, die die Räte dann in einer Klausursitzung zusammentragen könnten.

Die Verwaltung will sich nun um eine vorläufige Sicherung des Pavillons kümmern.

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