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Schiltach "Manch Seltsames gemacht"

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Foto: Schwarzwälder Bote

Wer hätte das gedacht? Auch in "Schilte" wird manch Seltsames gemacht. Davon die Schnurrer seit 70 Jahren gern berichten, wenn sie ihre Reime dichten.

Schiltach. Alljährlich in der Fasnet ziehen fünf bunte Gruppen mit Musik nachmittags und sechs nochmal abends durch die Kneipen und berichten lustige Geschichten von ihren Nachbarn.

Die Harlekins mit der Mayer Ursula erzählten in der "Kaffeebohne" vom Wolfi, der am Marktplatz wohne. Als ihn der Berg mal wieder rief, lief bei ihm und seiner Liebsten manches schief. Statt schicker Wanderstiefel lagen nur Müllsäcke im Kofferraum. Also stiegen die Bergvagabunden in schwindelnde Höhen über acht Stunden. Sie kletterten fast wie die Vandalen in Birkenstock und mit Sandalen.

Kühle brechen aus

Den Kühen vom Herrenweger fehlte auf den Talwiesen das Gras und dem im Sommer zum Wachsen frisches Nass. So machten sich die Kühe auf die Suche nach saftigen Wiesen in den Kinzigauen. Die Leitkuh wurde ganz verrückt, als sie talabwärts sattes Grün entdeckt, das aber gar nicht so richtig schmeckt. Ganz ohne schlechtes Gewissen haben die Viecher auf den Kunstrasen geschissen.

Den Stadtbruckpennern der Egehaddel steht schon seit dem ersten Schnurren vor 70 Jahren das Wasser bis zum Hals. So konnten sie die Not der Autoindustrie mit der Umwelt gut verstehen: Die konnten Abgaswerte falsch programmiere – "des kann doch mal passiere". Auf Tour im e-Mobil war das Uwe und Michael ganz egal; es war für die Beiden "nur an Graus, als die Batterie isch aus". In Schilte wären sie so gern, doch des Städtle lag noch so fern. Im Bachbeck berichteten die Blues Brothers mit Stefan Wolber den Stammgästen auf ihren Stammplätzen von einer langen Irrfahrt zu Mama nach Portugal. Doch statt am Atlantikstrand die Gratulationstour schon am Flugplatz in Straßburg ein Ende fand. Der Zöllner entschied ohne jeden Spass, ganz ohne Pass, "das ist grand merde, du bleibst heut’ auf dem Boden Erde".

Vollautomatisches WC

Selbst alltägliche Bedürfnisse sind verbunden mit manchen Tücken, das merkt man schon beim Bücken, wenn im vollautomatischen WC "warmes Wasser tut spritzen, ganz unverhofft in alle Ritzen".

Den Schalk im Nacken hatte Showmaster Thomas G. bei der ersten Quiz-Show der Schnurrer mit Richard Hübner. Schon auf die erste Frage wusste Erna am Rollator "im Rothaus schaffet koiner". Die spielen Beamten-Mikado, denn "wer sich bewegt, hat schon verloren". So bleibt bis heute die Antwort auf die Frage offen, "wann wird mit dem Bau der Friedhofskapelle begonnen?" Wer das gewusst hätte, der hätte einen Sonderpreis gewonnen.

Im Quiz war die Paddy in der Kletterausrüstung sehr bemüht. Sie aber gut gesichert keinen Fuß auf den Boden kriegt. Dafür bot der Gemeinderat ein tolles Motiv bei seiner Besteigung über den "hochalpinen Klettersteig" am Schlossberg. Dafür gab es "als Preis ganz speziell, eine Rundfahrt durch Schenkenzell mit Rio Reisen". Für den Bauhof gibt es bald digitale Hilfe mit GPS, "das verursacht bei manchem Stress".

Trauer wegen Schließung

In der Show wurde zudem bekannt, "der Monsignore tut uns verlassen"; die Antwort der Kandidaten, "die war toll, seine Lücke ersetzt ihn voll". Dagegen verabschiedeten sich mit Tränen in den Augen die Flößer, Bäcker und Schotten beim letzten Schnurren im Bachbeck. "Unsre kleine Kneipe" sei die einzige Wirtschaft, wo man zweimal Schnurren kann, trauerte Achim Mayer über die Schließung zum 30. April.

Vom Ausflug der Flößer zur Landesgartenschau in Heilbronn berichtete seine Truppe. Während die Mannen in hohen Stiefel "ihr Flößerbier schlucke, tun die Fraue lieber Blümle angucke". Im Kanon besangen die Schnurrer mit Bruder Jakob "überall hot’s do Bluma, brausch nit sucha", sie nur pflücken, um das Floß schön auszuschmücken. Zurück in heimatlichen Gewässern "denkt Thomas Kipp, Godfather der Flößer, Schiltach isch groß, aber Lehengericht größer".

Alles, aber kein Wurstsalat

Dafür steht im historischen Stadtkern hier ein Fachwerkhaus, das Hotel Adler 1604. Dort "isch älles parat, blos koin Wurschtsalat". Aber dafür loben die "Eagles" um Michael Grumbach das Hotel California. Das ist "so weit, weit weg, wie das Bett vom Georg über de Stadtbruck, aber der brauchet doch sei Herztablet". 25 Jahre waren für die Krampfmusiker "so wunderschön, bis bald auf Wiedersehen". Das sagten zum Abschied Hermann Brede und Kurt Otto, aber "auch im nächsten Jahr sind die anderen wieder da".

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