Im Handumdrehen legt Christine Isermann-Maier die Spritzkuchen. Fotos: Ziechaus Foto: Schwarzwälder Bote

Wirtschaft: Café-Konditorei Bachbeck schließt Ende April / Seit 1906 als Familienbetrieb geführt

Auch in einer historischen Stadt wie Schiltach kann eine lange Tradition zu Ende gehen. Die weithin beliebte Café-Konditorei Bachbeck bietet am 30. April zum letzten Mal ihre selbst gemachten Kuchen, Torten und Pralinen an.

 

Schiltach. Die beiden Konditormeister Georg Bühler und seine Nichte Christine Isermann-Maier wollen nach vielen Jahren ihr leckeres und kunstvolles Handwerk im "Bachbeck" beenden.

Georg Bühler hat die Konditorei seit dem Umbau des Cafés 1965 mit seiner Zwillingsschwester Juliane gemeinsam geführt. Beide waren nach der Schule mit 14 Jahren direkt in die Konditorei gewechselt; Georg hat in Mannheim Konditor gelernt und erfahren: "Kuchen ist meine Erfüllung." Juliane hat bis 2018 mehr als 60 Jahre hinter der Theke im Laden gestanden und im Café die Gäste bedient.

Seit 1906 war der "Bachbeck" als Familienbetrieb eine Institution am Ufer der Schiltach, vom Großvater gegründet und seit 1950 mit einem kleinen Café von den Eltern mit Gesellen weitergeführt. 1972 blieb der Engländer Roderick Kirby in Schiltach hängen und steht seither hinter der Theke im Café.

Saisonale Zutaten

Als 1996 Christine Isermann-Maier als Konditormeisterin eingestiegen ist, erweiterte sie das Repertoire um eigene Kreationen, auch diese mit dem hohen Anspruch an Qualität und ehrliche Handwerkskunst. Ihre Kuchen könne sie "in jeder Küche mit einfachen Zutaten backen", erinnert sie sich an Apfelkuchen aus ihrer Kindheit. "Gedeckter Apfelkuchen, das ist Chefs Liebling", verweisen die beiden auf vier verschiedene Apfelkuchen, mit in Butter geschmorten Äpfeln unter einem Mürbeteigdeckel, verfeinert mit dünnen Mandelblättchen. Für Aroma und Geschmack ähnlich wichtig sei es, den Mohn für eine Füllung in Milch zu brühen.

"Es sind die einfachen Rezepte, die man schmeckt", und es seien die Zutaten aus der Region und nach der Saison. So gibt es den Kuchen mit einer satten Füllung Waldheidelbeeren, so lange sie in den Wäldern wachsen. Viele Jahre kam eine Lieferantin aus Hardt auf dem Moped mit Körben frisch gesammelter Beeren.

"Käsekuchen haben wir auf Bestellung bis nach Paris geschickt", verweist Georg Bühler auf einen Klassiker aus der Backstube in Schiltach. Für die beiden Konditoren ist es ein Abschied mit tiefer Wehmut, aber auch mit Erleichterung, künftig keine backfremden und praxisfernen Vorschriften von Ämtern erfüllen zu müssen. Auch die Suche nach gutem und zuverlässigem Personal sei immer schwieriger geworden. Der Bachbeck sei nicht nur wegen gutem Kuchen erfolgreich, sondern auch mit seinem freundlichen Personal in einer angenehmen Atmosphäre.

Mit passenden Nachfolgern, die ähnlich denken und handeln, könnte die schöne Tradition beim "Bachbeck" in Schiltach fortgeführt werden.