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Schiltach Im Schneckentempo durch den Tunnel

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Mit nur halber Geschwindigkeit, 40 statt 80 Stundenkilometer, geht es derzeit durch den Kirchbergtunnel.Foto: Sum Foto: Schwarzwälder Bote

Mit Tempo 40 durch den Kirchbergtunnel "kriechen" – darüber regen sich seit einigen Wochen etliche Verkehrsteilnehmer auf. Mit der Geschwindigkeitsreduzierung müssen sie wohl noch einige Wochen leben – auch wenn etwas Licht in Sicht ist.

Schiltach. Tempo 60 heißt es einige Meter vor der Einfahrt in den 1830 Meter langen Kirchbergtunnel – ab dort dann sind seit Mitte August sogar nur noch 40 Stundenkilometer erlaubt. Und das aus Sicherheitsgründen, denn vor einigen Wochen ist einer von insgesamt zwei Ventilatoren im Tunnel ausgefallen, erklärt Wolfgang Dausch vom Straßenbauamt in Rottweil, der unter anderem für den Betrieb und Unterhalt der Straßentunnel im Zuge von Bundes- und Landesstraßen zuständig ist.

Der verbleibende intakte Ventilator bringe nicht genug Leistung. Vor allem in einem Brandfall könne so nicht genug Rauch abgesaugt werden. Aber auch Abgase kann nur ein Lüfter natürlich nicht im gleichen Maß absaugen wie zwei – und geringere Geschwindigkeit bedeutet eben auch weniger Abgase.

Mitten in der Urlaubszeit sei der Ventilator ausgefallen. "Knall auf Fall mussten wir die Geschwindigkeit runterfahren", sagt Dausch. Man sei damit den Vorgaben des externen Sicherheitsbeauftragten gefolgt, der für den Tunnel zuständig ist.

Tempo 40 sei "schon ein bisschen langsam in einem so langen Tunnel", bekennt Dausch. Deshalb laufe derzeit eine Sicherheitsanalyse über ein Fachbüro, das berechnet, ob der überbleibende Ventilator auch mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern klarkomme. Bis Anfang/Mitte kommender Woche erwartet Dausch das Ergebnis – sollte die Erhöhung des Tempolimits möglich sein, "werden wir das umgehend umsetzen".

Bis der Tunnel wieder wie gewohnt mit 80 Stundenkilometern durchfahren werden kann, wird es allerdings voraussichtlich noch einige Wochen dauern. Die Ersatzteile für den Ventilator seien zwar bestellt –­ bis dieser allerdings repariert ist, wird es wohl Mitte Oktober, stellt Dausch in Aussicht.

Einige Nachfragen von Verkehrsteilnehmern gab es bei Sigmund Villing, Leiter der Straßenmeisterei in Sulgen. Mehrere E-Mails und ein Anruf seien in Sachen Tunnel-Tempolimit bei ihm eingegangen. Sie hätten vor allem darauf abgezielt, den Grund und die Dauer der Geschwindigkeitsreduzierung zu erfahren. Außerdem habe ein E-Mail-Schreiber kritisiert, trotz täglich mehrmaligen Befahrens des Tunnels noch nie Personen oder Wartungsarbeiten gesehen zu haben. Ein weiterer habe die Geschwindigkeitsreduzierung "ohne erkennbaren Grund" bemängelt.

Doch es gebe auch die ganz entgegengesetzte Meinung: So habe sich ein weiterer Verkehrsteilnehmer dafür ausgesprochen, den Tunnel wegen der Belüftungsprobleme gleich ganz zu sperren, sagt Villing. Auch Karl-Heinz Schmid, der sich mit einem Leserbrief an die Redaktion gewandt hat, zeigt Verständnis für die Situation (siehe unten). Wie Villing beschreibt, habe es die Nachfragen zwar gegeben –­ von Unhöflichkeiten oder gar Beleidigungen berichtet er aber nichts. Im Schiltacher Rathaus gab es offenbar bisher keine Anrufe diesbezüglich – das sagt sowohl Hauptamtsleiter Michael Grumbach als auch die Bürgerinfo.

Der Kirchbergtunnel ist momentan nicht der einzige im Kinzigtal, bei dem etwas Geduld gefragt ist: "In Wolfach gilt derzeit wegen einer Baustelle Tempo 50, in Hausach ist die Geschwindigkeit aktuell auf 60 Stundenkilometer reduziert – bei drei Tunneln hintereinander fällt das eben besonders auf", meint Villing.

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