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Schiltach Hilfe kommt nicht in Bergdörfern an

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Marktverkäuferinnen tragen ebenfalls Schutzmasken. Im Centro Cultural werden solche selbst genäht.Fotos: Inti Ayllus Foto: Schwarzwälder Bote

Auch in Südamerika ist das Coronavirus längst angekommen. Der Freundeskreis Inti Ayllus – Bolivienhilfe hat nun Hilferufe aus der Andengemeinde Independencia erhalten.

Schiltach. Die Corona-Pandemie trifft in Südamerika besonders die ärmsten Familien. Bereits vor vier Wochen hatte sich Jorge Aquino, auch bekannt als Coco und Leiter der Musikgruppe Sacambaya, die bereits mehrfach in Schiltach und Umgebung aufgetreten ist, an den Vereinsvorstand gewandt. Nun schreibt er erneut: "Das Coronavirus hat uns auch hier in Bolivien sehr schwierige Zeiten beschert, noch mehr als sonst erleben wir nun die ganze Ungleichheit in der Bevölkerung, denn die Indigenen sind die letzten, die Hilfe erhalten."

Nachdem im Spätherbst die gescheiterte Wahl mit ihren darauf folgenden Aufständen und Straßenkämpfen das Land an den Rand eines Bürgerkriegs gebracht habe, sei seit Ende Februar auch das Coronavirus in Bolivien angekommen. "Das Gesundheitssystem in Bolivien ist einem massiven Ausbruch von Covid 19 nicht gewachsen, so gibt es landesweit nur circa 100 Beatmungsgeräte, ganz zu schweigen von Intensivbetten. Tests werden kaum durchgeführt, da nicht vorhanden und nicht bezahlbar von Menschen ohne Krankenversicherung", beschreiben die Verantwortlichen von Inti Ayllus die Situation. Die offiziellen Infektionszahlen seien niedrig, da kaum jemand getestet werde, die Dunkelziffer der Erkrankungen sei hoch.

30 bis 40 Prozent der Bevölkerung leben in Bolivien laut Mitteilung noch immer in großer Armut auf dem Land oder in den Randzonen der Städte, sie haben kein festes Einkommen, leben quasi von der Hand in den Mund, indem sie kleine Straßenverkäufe tätigen, Obst, Gemüse, Backwaren, Getränke anbieten.

"Diese Menschen leiden jetzt am meisten, haben eigentlich keine Wahl: Entweder sie infizieren sich, werden krank und sterben gegebenenfalls oder sie verhungern", erklären die Vereinsmitglieder. Denn als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Virus habe die Übergangsregierung eine absolute Ausgangssperre veranlasst. Momentan dürfte das Haus nur einmal pro Woche verlassen werden, um Lebensmittel zu kaufen, zum Arzt oder zur Bank zu gehen. Die über 60-Jährigen dürften gar nicht nach draußen.

Der bolivianische Staat versuche Hilfe zu leisten, indem Essensportionen verteilt und kleine Geldbeträge ausbezahlt würden, aber auf dem Land komme von dieser Hilfe nichts an, "sie reicht auch nur für fünf Prozent der Bevölkerung". Deshalb sei es wichtig, dass ländliche Organisationen wie das Centro Cultural Ayopaya in dem Dorf Independencia, das auch von Inti Ayllus Fördergelder erhält, die bedürftigsten Familien in ihrer Region unterstützt. "Dies geschieht zum Teil mit direkter finanzieller Hilfe, (monatlich 40 Euro für eine Familie), Grundnahrungsmittelverteilung für Bedürftige, Essenszubereitung für alte Menschen und elternlose Kinder in der Küche des Kulturzentrums, die zu diesem Zweck erweitert werden muss", teilt der Verein mit.

Als Gegenleistung würden Arbeitsstunden für das Kulturzentrum abgerechnet. Auch die Musiker von Sacambaya gehörten dazu, "denn Veranstaltungsverbote bedeuten für sie auch kein Einkommen." Für diese Unterstützungsarbeit bittet Jorge Aquino um Spenden.

Weitere Informationen: Im Weltladen in Schiltach ist für die Coronahilfe in Independencia ein Spendenkässchen aufgestellt. Wer helfen möchte, findet weitere Infos auf der Vereinswebsite unter www. inti-ayllus.de.

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