Claudia Schmidt (rechts) stellt am Sonntagvormittag die Arbeiten von "Forum Künstlerinnen" vor dem Fachwerk auf dem Marktplatz in Schiltach vor. Sie hatte "Orte des Glücks" beim Umherschweifen durch Schiltach von Besuchern aufzeichnen lassen. Sabine Rempp aus Leonberg (links) begleitet an der Gitarre. Foto: Ziechaus Foto: Schwarzwälder Bote

Kultur: "Forum Künstlerinnen" aktiv

Bei den Ateliertagen der Frauen vom "Forum Künstlerinnen" wird selbst in der Sicht über die unvermeidlichen Masken die "Subversion des Ornaments" im Fachwerk von Schiltach sichtbar.

Schiltach. Beim Umherschweifen fällt im Fachwerk der Häuser um den Marktplatz das Schiltachmuster immer wieder ins Auge. Dunkle Linien umrahmen helle Dreiecke und Rechtecke in den Fassaden der schmucken Fachwerkhäuser.

Vom Städtchen aus durchs Tal der Kinzig

Für Sabine Rempp aus Leonberg kommt beim Blick von erhöhter Warte aus noch das Rot der Dachziegel dazu und das Blau der Kinzig, die sich unterhalb der Häuserzeilen durchs Städtle entlangschlängelt. Mit "Rolling on the river" (aus Proud Mary) von Tina Turner eröffnete sie musikalisch die Ausstellung der Künstlerinnen am Sonntagmorgen am Brunnen vor dem Fachwerk am Marktplatz (wir berichteten).

Ornamente ganz unterschiedlich gedeutet

Claudia Schmidt stellte die Arbeiten aus den Ateliertagen vor. Sie hatte "Orte des Glücks" beim Umherschweifen durch Schiltach von Besuchern aufzeichnen lassen. Dabei stellte sich heraus, dass ein solcher Ort auch unter dem Fachwerk um den Marktplatz zu finden ist, momentan aber ohne Kaffee und Kuchen aus der "Kaffeebohne". Dieser Ort des Glücks ist für viele Besucher ein Ausgangspunkt für Wanderungen durchs Tal der Kinzig mit beglückenden Augenblicken auf der Augenblicksrunde.

Eine andere Subversion des Ornaments hatte Eva Fuß in ethnischen Mustern aus Marseille gemalt, die auch im Schaufenster des Ateliers am Marktplatz 9 zu sehen ist. Daneben hängt im Hochformat eine Variation von Profilen zwischen den Linien von Häusern und Fenstern von Karla Kreh aus Schiltach. In sechs Schwarzwald-Bildern hatte Barbara Ihme aus Gengenbach ein eigenes Gedicht aufgeteilt, die auch an der Kinzig entstanden sind und in den Rechtecken von Bilderrahmen zu sehen sind. Renate Quast sieht im dunklen Fachwerk blaue, gelbe und weiße Rechtecke, die sich als Muster und Verbindungen für einen Stadtplan verschieben lassen. Elsa Scherzer zerlegt Verpackungsmaterial aus dem gelben Sack in "Schwanensee" zu einem Vogelnest mit Eiern. Ins Gehirn einer Weberin winden sich die Fäden und scheinen sich dort mit ihren Gedanken zu verstricken.

So nehmen die Ornamente einer Fachwerkstadt in den Vorstellungen der Künstlerinnen immer wieder neue und andere Formen an, verbinden sich mit Farben oder gehen ganz überraschend in neue Ansichten über.

Ansehen kann man die Arbeiten im Schaufenster am Marktplatz 9 in Schiltach, aber auch im Internet.

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