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Schiltach Fortschritt hat "auch seine Schattenseiten"

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Werner Thiede spricht in der Friedrich-Grohe-Halle in Schiltach.Foto: Ziechaus Foto: Schwarzwälder Bote

Digitalisierung um jeden Preis ist nicht nur eine technische, sondern auch eine ethische Herausforderung. So hat es der Theologieprofessor Werner Thiede in zehn Thesen formuliert.

Schiltach. Den evangelischen Pfarrer und Publizisten aus Pforzheim hatte eine Allianz aus "Eine-Welt-Forum" Schramberg, BUND-Ortsgruppe Schiltach/Schenkenzell, die SPD-Ortsgruppe Schiltach, der ÖDP-Kreisverband Rottweil mit der Verbraucherorganisation Diagnose: Funk zu seinem Vortrag "Die digitale Fortschrittsfalle" in die Friedrich-Grohe-Halle in Schiltach eingeladen.

Nachdem Diplom-Ingenieur Jörn Gutbier kürzlich in Schramberg die technischen und physikalischen Fakten für den Mobilfunk dargelegt hatte (wir berichteten), warnte Werner Thiede vor einem bedingungslosen Glauben an den technischen Fortschritt. Das Credo "Fortschritt muss sein und ist nicht aufzuhalten" lasse außer Acht, dass es auch dafür kein grenzenloses Wachstum geben könne und dass Fortschritt auch seine Schattenseiten habe. Man müsse das Streben nach unendlichem Fortschritt kritisch beleuchten und fragen, wohin führt der Fortschritt und wem nützt er?

Neue Umweltprobleme

Mit vielen Zitaten aus Veröffentlichungen und Gutachten angesehener Wissenschaftler wollte Thiede zeigen, dass die "Macht der heutigen Wissenschaft unser Leben bedroht" (Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker im Jahr 1994).

Der unbegrenzte Ausbau der Digitalisierung mit einer flächendeckenden hochfrequenten Mikrowellentechnik sei eine Risikotechnologie. Eine dauerhaft künstliche Impulsstrahlung, wie beim Mobilfunkstandard 5 G, störe biologische Systeme und könne zu gesundheitlichen Problemen führen. Außerdem sei die Digitalisierung in unserem Alltag verknüpft mit freiheitsrechtlichen und ökologischen Folgen und erzeuge neue Umweltprobleme.

Studien zu den Technikfolgen fehlten bisher, obwohl in der EU das Prinzip der Vorsorge gelte. Üblicherweise überprüfe die EU alles – von der elektrischen Zahnbürste bis zum Kaugummi. Elf große Städte in Frankreich, mehrere Kommunen in Italien und in Bayern forderten ein Moratorium, um vor einem Ausbau die Risiken zu untersuchen.

Widerstand gegen eine zwangsweise Digitalisierung sei auch moralisch geboten, um einen digitalen Turmbau zu Babel zu verhindern. Das gelte auch für die digitale Überwachung der Wasserzähler. Es sei völlig überflüssig, alle paar Sekunden einen elektrischen Impuls auszusenden, wenn einmal im Jahr die Wasseruhr ausgelesen werde.

Eine weitere Frage aus dem Publikum verwies auf einen Zusammenhang mit dem Ausbruch von Corona. Es gebe Hinweise auf eine Schwächung des Immunsystems durch elektromagnetische Strahlung, räumte Thiede ein, aber daraus könne man keinen direkten Zusammenhang zu Corona herstellen. Mit viel Beifall wurde der Referent verabschiedet.

Für Ende November war eigentlich eine weitere Veranstaltung zu 5 G mit Referent Peter Hensinger in Tennenbronn geplant. Derzeit ist unklar, ob diese Veranstaltung verschoben wird.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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